Es gibt unzählige Weisheiten, um mental und wirtschaftlich zu wachsen. Die 5 wichtigsten und nachhaltigsten Grundsätze haben wir für dich zusammengestellt.

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Positive Beispiele aus der Geschäftswelt beweisen, dass wir uns finanziell als auch privat ein Leben voller Möglichkeiten aufbauen können: Es gibt immer mehr Gründer, (digitale) Inspiration, um zu wachsen und zu lernen; Chancen, die wir uns früher nicht einmal ausmalen konnten.

Das alles hat auch eine Kehrseite: Es existieren immer mehr Ratgeber, Experten und Profis, deren Informationen ungefiltert in den Weiten des Internets landen. Für Suchende ist es schwieriger geworden, eine Richtung zu finden, in die sie gehen möchten.

Wir wissen: Dogmatische Philosophien, die Anspruch auf Allgemeingültigkeit haben, können alles sein – nur nicht nachhaltig. Folgende Grundsätze geben dir deshalb Orientierung, helfen beim Reflektieren und zeigen, wie du an deiner Denkweise und an deinem Business arbeiten kannst.

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Grundsatz #1: Kein Wachstum erfolgt ohne Fehler, Schmerz und Rückschläge

Eine in der Geschäftswelt häufig formulierte Annahme lautet, dass über 80 bis 90 Prozent der Start-ups schon zu Beginn ihr Scheitern feststellen müssen. Als junge Gründer fehlt uns vielleicht die Erfahrung, vielleicht die Weitsichtigkeit oder tatsächlich die Innovation. Deshalb ist es nur natürlich, dass eine Wahrscheinlichkeit vorliegt, bereits wegen „kleiner“ Fehler zu scheitern. Wie aber gehst du mit einem Rückschlag um?

Ob als Gründer, als Angestellte in einer Leitungsposition oder als bereits etablierte Unternehmer: Wir alle lernen es oft schon von unseren Eltern und sie von ihren – und so geben wir diese eine „Weisheit“ weiter: „Lerne ordentlich und verhalte dich angemessen, um dir keine Fehler zu erlauben“.

Deshalb sehen wir Fehler und das Scheitern als Bedrohung. Im Scheitern liegt jedoch ein schmerzhafter Zauber, der uns regelmäßig dazu verhilft, zu wachsen. Jener Schmerz, der zumeist von der Peinlichkeit herrührt, verurteilt oder belächelt zu werden, führt dazu, Fehler zu vermeiden, diese zu verheimlichen oder gar zu verachten. Dabei entscheidet gerade der Umgang mit Fehlern darüber, ob wir mit ihnen wachsen oder unser Erfolg stagniert.

Das Stichwort lautet deshalb „Growth Mindset“: Wir sind in der Lage, mit unseren Fehlern zu wachsen. Sei bereit, sie zuzulassen, aber auch, richtig mit ihnen umzugehen. Wichtig ist, nicht wegzuschauen. Sondern sie als Anlass zu nehmen, das Scheitern genauer zu analysieren und unsere Lehren für die Zukunft zu ziehen. Nimm dir die Zeit, um etwas zu betrauern – und danach gilt es, sich aufzurappeln.

Grundsatz #2: Erfolg findet außerhalb deiner Komfortzone statt

Wir erwarten Erfolg im Business, bleiben aber dort stehen, wo es gerade bequem ist. Und bequem ist es dort, wo wir uns innerhalb unserer individuellen Grenzen bewegen. Dass gerade Unbehaglichkeit außerhalb dieser sicheren Zone bedeutet, dass wir vorankommen, konnten Psychologinnen der Universitäten Cornell und Chicago in einer Studie beweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die sich bewusst einer unbequemen Situation aussetzen, länger durchhalten und eher das Gefühl verspüren, ihre Ziele erfolgreich erreicht zu haben.

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Das Problem ist: Gerade die Bequemlichkeit unserer Komfortzone lädt aus psychologischer Perspektive dazu ein, unser Potenzial für Wachstum auszublenden. So bleiben wir blind für das, was wir eigentlich sein könnten, weil wir die Arbeit an uns selbst vermeiden.

Denke deshalb daran: Erfolg findet immer dort statt, wo wir uns trauen, unsere Komfortzone trotz Unbehagen zu verlassen.

Grundsatz #3: Wettbewerbsfähigkeit setzt Wandelbarkeit voraus

Bekanntlich bedeutet eine Geschäftsidee nicht automatisch, dass du ein Geschäftsmodell hast. Genauso wenig kann ein Konzept nachhaltig erfolgreich sein, wenn die sich wandelnde Welt nicht nach deiner Dienstleistung oder deinem Produkt fragt. Deshalb gilt es, alte Grundsätze über Bord zu werfen und sich wandelbar zu zeigen. Denn das ist die neue Geschäftswelt: flexibel und dynamisch.

Wenn du ein Unternehmen leitest, dich selbstständig machen möchtest oder ein Betrieb dir eine Leitungsposition zugeschrieben hat, solltest du deshalb vor allem Wandelbarkeit beweisen. Sofern die Umstände um dich herum sich verändern, ist es wichtig, auf sie reagieren zu können. Dies galt zum Beispiel während der Corona-Krise: Unternehmer mussten flexibel reagieren, um überleben zu können, neue Arbeitszeitmodelle ausprobieren und besser auf Beschäftigte eingehen, um ihre Bedürfnisse in schwierigen Zeiten zu berücksichtigen.

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Grundsatz #4: Es gibt keine „All-in-One-Lösung“ für dein Business

Weil ein System erfolgreich war, bedeutet es nicht, dass es auch für dich oder dein Business geeignet ist. Hinter finanziellem Erfolg steckt Arbeit. Verabschiede dich deshalb vom Gedanken, eine „All-in-One-Lösung“ für deine Business-Probleme zu finden, ohne selbst etwas „Hirnschmalz“ und Kreativität zu investieren.

Nehmen wir an, du baust dir ein digitales Business auf. Viele Tools und Experten bieten dir nun ihr Wissen und ihre Dienstleistung als „All-in-One-Paket“ an, um dir auf die Sprünge zu helfen. Das kann funktionieren. In der Praxis wirst du jedoch überraschende Erfahrungen sammeln, es werden Neuerungen dazu kommen und du musst sie für dein Business selbstständig einordnen. Du wirst mit Problemen zu kämpfen haben, auf die dich niemand vorbereitet hat. Auch wirst du die eine oder andere Nacht durcharbeiten und dennoch zu keiner passenden Lösung kommen.

Ein Unternehmen zu führen, ein Produkt zu launchen oder ein Team zu leiten, bedeutet manchmal, sich die Lösungen nicht zu einfach zu machen. Merke dir deshalb: Es hilft, andere, ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen und die Antwort neu zu denken, um neue Wege zu finden.

Grundsatz #5: Du lernst nicht aus, auch wenn du die Spitze erreicht hast

Das Unternehmen läuft. Das Team ist zufrieden. Die Gewinne stimmen – und es geht dir gut. Genieße deinen Erfolg, aber denke daran: Auch an der Spitze und nach Erfolgserlebnissen haben wir nicht ausgelernt.

Um nicht an einem Punkt zu verharren, gilt es deshalb, offen und lernwillig zu bleiben und eine Wachstumsmentalität zu entwickeln. Nutze deinen Erfolg und auch deine Misserfolge auf dem Weg bis hierhin. Sie dienen dir in der Geschäftswelt als persönliche Learnings.

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Auch hier sind wir wieder beim Growth Mindset, welches sich von einem Fixed Mindset unterscheidet: Während Menschen und Unternehmer mit einem Fixed Mindset davon ausgehen, dass sie bereits mit einem gewissen Intelligenzgrad auf die Welt kommen und ausschließlich damit erfolgreich sind, sind Menschen mit Wachstumsmentalität zuversichtlich, durch Arbeit und Lernwille erfolgreich zu werden.

Schon gewusst?


Psychologische Forschungsergebnisse zeigen, dass wir uns auch im höheren Alter noch verändern können und wir so nie aufhören, zu wachsen. So soll zum Beispiel jeder fünfte Mensch, der das 60. Lebensjahr bereits erreicht hat, noch veränderte Merkmale zeigen. Wo auch immer du gerade stehst, ob du Führungsperson bist, ein Team leitest oder dieses Ziel anstrebst: Wenn Veränderungen im Verhalten und in der Denkweise notwendig sind, um deine Ziele zu erreichen, gibt es große Hoffnung, diese auch altersunabhängig zu erreichen.

Das bedeutet, dass unsere Persönlichkeitsentwicklung nie wirklich ein richtiges „Ende“ findet, wenn wir Veränderungen zulassen. Für die, die glauben, dass die Entwicklung unseres Selbst im Alter von 40, 50 oder gar 70 Jahren ein Ende nimmt, ist das eine positive Nachricht.

Bildnachweis: DaniloAndjus/istockphoto.com

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