Im Vorstellungsgespräch wartet die eine oder andere kniffelige Frage auf den Bewerber. Nicht jede davon muss er aufgrund des Antidiskriminierungsgesetzes beantworten. Doch hin und wieder bewegen sich die Personaler auch in einer Grauzone und der Bewerber reagiert verunsichert: „Muss ich diese Frage überhaupt beantworten und wenn ja, wie?“. Eine solche Frage, die immer wieder für Unbehagen sorgt, ist jene nach dem aktuellen Gehalt. Aber wieso fragt ein Personaler nach Ihrem bisherigen Verdienst? Müssen Sie diese Frage beantworten? Und was sollten Sie (auf keinen Fall) machen? Wir verraten Ihnen, wie Sie die Herausforderung meistern.

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Bewerberin im Vorstellungsgespräch
Bildnachweis: iStock.com/sturti

Inhalt
1. Die Gehaltsverhandlung im Bewerbungsprozess
2. Wie steht es um die Geheimhaltungspflicht bezüglich des Gehaltes?
3. Darf der Arbeitgeber überhaupt nach dem bisherigen Gehalt fragen?
4. Wieso ist Lügen beim bisherigen Gehalt unmöglich?
5. Tipp: Bewerber sollten ehrlich sein, aber…
6. Geht ein Jobwechsel immer mit einer Gehaltserhöhung einher?
7. Wieso wird um die Frage überhaupt so ein großes Trara gemacht?
8. Checkliste: Schritt für Schritt zur perfekten Antwort

Die Gehaltsverhandlung im Bewerbungsprozess

Die Frage nach dem zukünftigen Gehalt ist ein essentieller Bestandteil jedes Bewerbungsprozesses. Der potenzielle neue Arbeitgeber möchte natürlich wissen, wie viel ihn der jeweilige Kandidat „kosten“ würde. Zwar fällt die Wahl dabei nicht immer unbedingt auf das günstigste Angebot, doch ist der Faktor Geld natürlich auch ein ausschlaggebendes Kriterium und wer weit über der Konkurrenz liegt, schießt sich damit unter Umständen selbst ins Aus. Viele Personaler machen es sich einfach und fordern direkt in den Bewerbungsunterlagen die Angabe des Wunschgehaltes. Wer zu stark aus dem Rahmen fällt, hat Pech gehabt und wird direkt aussortiert.

Lese-Tipp: Einstiegsgehalt: So klappt’s mit der Gehaltsvorstellung

Können Sie diese Aufforderung der Stellenausschreibung nicht entnehmen, erwähnen Sie das Gehalt in Ihren Bewerbungsunterlagen nicht. Stattdessen wird der Personaler das Thema mit hoher Wahrscheinlichkeit im Bewerbungsgespräch anschneiden. Sie sollten also unbedingt eine Antwort auf die Frage nach Ihrem Gehaltswunsch parat haben und diesen nachvollziehbar begründen können. Seinen Marktwert zu kennen und selbstbewusst aufzutreten, ist hierbei das A und O. Doch mehr zum Thema Gehaltswunsch im Vorstellungsgespräch erfahren Sie in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: Die fiese Frage nach dem Gehaltswunsch: Was soll das eigentlich?

Einige Personaler gehen noch kreativer vor, um Ihre Gehaltsvorstellungen abzutasten: Sie fragen nach Ihrem bisherigen Gehalt. Damit bringen sie viele Bewerber in die Bredouille:

  • Dürfen Sie überhaupt auf diese Frage antworten oder verletzen Sie damit eine Geheimhaltungsvereinbarung bezüglich Ihres vielleicht noch bestehenden Arbeitsvertrages?
  • Müssen Sie die Frage beantworten oder gehört sie zu den unerlaubten Themen im Bewerbungsgespräch?
  • Und wenn Sie antworten können beziehungsweise müssen – wie ziehen Sie sich dann geschickt aus der Affäre?

Diese und weitere Unklarheiten verunsichern viele Bewerber und führen dazu, dass sie sich bei der Frage nach dem aktuellen Gehalt im Vorstellungsgespräch falsch verhalten. Die Folge ist dann schlimmstenfalls die Absage, obwohl bis dato die Chancen eigentlich sehr gut standen.

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Wie steht es um die Geheimhaltungspflicht bezüglich des Gehaltes?

In der Regel unterzeichnen Sie als Arbeitnehmer mit Ihrem Arbeitsvertrag eine allgemeine Geheimhaltungspflicht. Hiervon sind auch Informationen bezüglich Ihres Einkommens betroffen. Doch keine Sorge: Eine Geheimhaltung der Gehaltsdaten ist nur dann obligatorisch, wenn diese einem Konkurrenten einen Wettbewerbsvorteil eröffnen würden. Dem Personaler zu reinen Zwecken der Gehaltsberechnung Ihren bisherigen Verdienst mitzuteilen, dürfte also im Regelfall kein Problem darstellen. Selbst der Gehaltsvergleich mit Kollegen ist nur in den wenigsten Unternehmen verboten und wird mit entsprechenden Konsequenzen geahndet. Alles in allem interpretieren viele Arbeitnehmer die Geheimhaltungspflicht also viel strenger, als sie eigentlich ist (Quelle: BAG, 26.02.1987 – 6 ABR 46/84).

Darf der Arbeitgeber überhaupt nach dem bisherigen Gehalt fragen?

Nein. Tatsächlich darf der Personaler im Vorstellungsgespräch eigentlich nicht nach dem früheren beziehungsweise aktuellen Gehalt fragen. Einzige Ausnahme ist, wenn der Verdienst Rückschlüsse auf die Leistung der Bewerber zulässt, weil in der Branche beispielsweise auf Provisionsbasis gearbeitet wird. Alles in allem sieht die deutsche Rechtsprechung in der Frage die Benachteiligung des Bewerbers, da sie dessen Verhandlungsspielraum bezüglich des zukünftigen Gehaltes einschränkt. Doch es wird wohl kaum ein Bewerber deshalb vor Gericht ziehen und so ist die Frage nach dem bisherigen Gehalt jedem Verbot zum Trotz gängige Praxis in vielen Vorstellungsgesprächen.

Lese-Tipp: Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch – Haben Lügen wirklich kurze Beine?

Wenn Sie nun aber schlussfolgern: Da die Frage prinzipiell verboten ist, kann ich ja einfach lügen, begehen Sie damit einen schweren Fehler. Die deutsche Rechtsprechung regelt nämlich auch, dass Sie zwar die Antwort verweigern dürfen, nicht aber flunkern – zumindest dann nicht, wenn der genannte Betrag als Ausgangssumme der Gehaltsberechnung verwendet wird. Dadurch würden Sie Ihren Verdienst schließlich ungerechtfertigt in die Höhe treiben, was wiederum eine Benachteiligung des Arbeitgebers nach sich ziehen könnte (Quelle: BAG, 19.05.1983 – 2 AZR 171/81). Schlimmstenfalls kann der Arbeitsvertrag vom Arbeitgeber rückwirkend wegen arglistiger Täuschung angefochten werden.

Wieso ist Lügen beim bisherigen Gehalt unmöglich?

Auf die Frage nach dem Gehalt beim früheren Arbeitgeber zu lügen, ist ein sinnloses Unterfangen. Der Bewerber sollte sich im Klaren darüber sein, dass der zukünftige Arbeitgeber, sollte tatsächlich ein Arbeitsvertrag zustandekommen, die bisherige Lohnsteuerkarte und dementsprechend zumindest einen groben Einblick in die frühere Gehaltsstruktur erhält. Und selbst, wenn der Betrug dann nicht auffallen sollte, so kann der Arbeitgeber Ihren bisherigen Verdienst mit einem Minimum an Recherchearbeit herausfinden – schließlich verfügt er über die notwendigen Kontakte. Als Bewerber gehen Sie mit einer Lüge also ein großes Risiko ein, das Sie nicht freiwillig in Kauf nehmen sollten. Da gibt es durchaus bessere Antwortmöglichkeiten. Welche das sind, möchten wir Ihnen folgend verraten.

Tipp: Bewerber sollten ehrlich sein, aber…

Als Bewerber sollten Sie auf die Frage nach dem bisherigen Gehalt also ehrlich antworten. Aber: Sie müssen diese Zahl nicht unkommentiert in den Raum stellen. Stattdessen dürfen Sie gerne darauf hinweisen, dass es sich um eine vollkommen andere Tätigkeit handelte als die ausgeschriebene Stelle, auf welche Sie sich beworben haben. Sie können auf eine höhere Führungsverantwortung aufmerksam machen oder betonen, dass das geringe Gehalt mit ein Grund für den Jobwechsel gewesen sei. Sagen Sie also beispielsweise:

Aufgrund der geringen Unternehmensgröße und meinem damaligen Mangel an Berufs- und Verhandlungserfahrung, haben wir uns auf 40.000 Euro brutto pro Jahr geeinigt. Mittlerweile habe ich aber meine Qualifikationen ausgeweitet und würde in Ihrem Unternehmen eine Position mit Führungsverantwortung übernehmen. In Anbetracht dieser veränderten Umstände halte ich ein Gehalt von 48.000 bis 53.000 Euro für angemessen.

Doch auch, wenn sich Ihre zukünftigen Aufgabenbereiche kaum von den vorherigen unterscheiden, können und sollten Sie sich gute Gründe für eine Gehaltserhöhung zurechtlegen. Diese können Sie zum Beispiel wie folgt formulieren:

In meiner vorherigen Anstellung lag mein Verdienst bei 40.000 Euro. Damals kam ich direkt von der Universität und hatte noch kein Gespür für einen angemessenen Marktwert. Mittlerweile kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich aufgrund meiner Erfahrung und Qualifikation einen Verdienst von 48.000 bis 53.000 Euro brutto im Jahr als angemessen betrachte.

Bereiten Sie sich also bestmöglich im Voraus auf die Frage nach Ihrem bisherigen Gehalt vor. Ermitteln Sie Ihren Marktwert und legen Sie sich gute Gründe für eine geforderte Gehaltserhöhung zurecht.

Geht ein Jobwechsel immer mit einer Gehaltserhöhung einher?

Kein Personaler wird es als Affront auffassen, dass Sie im Gegensatz zu Ihrer vorherigen Anstellung eine Gehaltserhöhung fordern. Schließlich haben Sie seit der letzten Gehaltsverhandlung an Berufserfahrung gewonnen und schlussendlich ist es auch schlicht und ergreifend üblich, dass ein Jobwechsel in den meisten Fällen mit einer Gehaltserhöhung einhergeht.

Lese-Tipp: Gehaltserhöhung: Die besten Tipps für Ihre Gehaltsverhandlung

Im Durchschnitt verdienen deutsche Arbeitnehmer nach einem Jobwechsel rund drei bis 20 Prozent mehr. Die Größe der Spanne beweist bereits, wie wichtig Ihre Argumentation bei der Frage nach Ihrem bisherigen Gehalt ist. Natürlich würden Sie sich eine Gehaltserhöhung von 20 oder besser noch 100 Prozent wünschen, doch Sie müssen realistisch bleiben und einen nachvollziehbaren Wert ermitteln, den beide Parteien als angemessen empfinden – Sie selbst sowie der Personaler. Hierfür ist es unerlässlich, dass Sie Ihren Marktwert kennen und glaubhaft begründen können.

Lese-Tipp: Diesen großen Nachteil haben Sie, wenn Sie nicht durchschnittlich alle 2 Jahre den Job wechseln

Dennoch gibt es natürlich auch Ausnahmefälle, in welchen ein Jobwechsel keine Verbesserung, vielleicht sogar eine Verschlechterung des Gehaltes darstellt. Es kann dennoch gute Gründe für diesen Arbeitgeberwechsel geben – Ihre Gesundheit, Zufriedenheit oder Work-Life-Balance beispielsweise. Werden Sie sich also selbst darüber klar, was Sie sich vom Jobwechsel versprechen und welches Gehalt dementsprechend fair sowie realistisch ist.

Lese-Tipp: Trotz schlechterem Gehalt den Job wechseln? Diese 6 Gründe sprechen dafür

Doch auch, wenn das Gehalt tatsächlich Ihr Hauptgrund für die Suche nach einem neuen Job sein sollte, dürfen Sie das den Personaler nicht spüren lassen. Legen Sie also niemals den Fokus auf das Finanzielle, sondern erläutern Sie Ihre weiteren Motivatoren für die potenzielle neue Stelle. Schlussendlich sucht Ihr zukünftiger Arbeitgeber schließlich nicht nur nach einer billigen Arbeitskraft – Ausnahmen bestätigen die Regel – sondern in erster Linie nach einem motivierten, qualifizierten und passenden Mitarbeiter. Notfalls greift er dafür innerhalb seiner Spanne auch etwas tiefer ins Portemonnaie.

Wieso wird um die Frage überhaupt so ein großes Trara gemacht?

Was soll das ganze Trara um die Frage nach dem bisherigen Verdienst, fragen Sie sich jetzt? Ganz einfach: Durch Ihre Antwort werfen Sie eine erste Zahl in den Raum und diese wird die Grundlage jeder weiteren Gehaltsverhandlung bilden. Wenn Sie also bislang 40.000 Euro verdient haben, werden Sie nur schwerlich ein Einkommen von 80.000 Euro aushandeln können. Lag Ihr Einkommen stattdessen bereits bei 75.000 Euro, sind die 80.000 Euro in greifbarer Nähe. Diese erste Zahl kann Ihnen also in finanzieller Hinsicht das Genick brechen. Aus diesem Grund sollten Sie zwar nicht lügen, diese aber direkt entkräften und eine andere Zahl, bestenfalls als Spanne, in den Raum werfen. Weitere Probleme, welche die Frage nach dem früheren Gehalt mit sich bringt, sind:

  1. Gehaltssteigerungen werden stets prozentual berechnet. Je höher also der Ausgangswert dieser Berechnungen ist, umso besser stehen auch Ihre Chancen auf eine saftige Gehaltserhöhung. Fünf Prozent von 40.000 Euro sind schließlich deutlich weniger als fünf Prozent von 80.000 Euro. Logisch, oder?!
  2. Gerade Arbeitnehmer, welche sich unterbezahlt fühlen, können durch diese Taktik der Personaler Schwierigkeiten bekommen, jemals in eine faire Gehaltsstruktur zu finden. Sie sind quasi ihr ganzes Berufsleben lang dazu „verdammt“, mit Unterbezahlung zu arbeiten, wenn sie es nicht schaffen, den Teufelskreis durch etwas Verhandlungsgeschick zu durchbrechen.
  3. Ist der Wert allerdings zu hoch und in Anbetracht der Spanne, welche dem Personaler zur Verfügung steht, zu teuer, kommt der Bewerber vermutlich nicht in die engere Wahl.
  4. Ein geringes Gehalt deutet auf eine mangelnde Qualifikation, wenige Gehaltserhöhungen und damit vielleicht schlechte Leistungen hin. Auch, wenn dies in keinster Weise der Wahrheit entsprechend sollte, schlussfolgert der Personaler aus einem unterdurchschnittlichen Gehalt häufig auch einen unterdurchschnittlichen Mitarbeiter. Wenn Sie wirklich gut wären, hätte Ihr früherer Arbeitgeber doch irgendwann das Gehalt erhöht, um Sie im Unternehmen zu halten, oder?

Sie sehen: Das Thema ist auf den zweiten Blick deutlich komplexer, als es auf den ersten anmuten mag.

Checkliste: Schritt für Schritt zur perfekten Antwort

Wir haben deshalb noch einmal die hilfreichsten Tipps zusammengetragen, um Ihnen einen simplen sowie praxisnahen Guide an die Hand zu geben, wie Sie als Bewerber auf die Frage nach dem bisherigen Gehalt antworten sollten. Prinzipiell haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Sie können die Antwort auf die Frage verweigern, da es sich um eine unerlaubte Frage handelt. Dies ist nur dann sinnvoll, wenn Ihr Gehalt weit unter dem Durchschnitt liegt, die vergangene sich stark von der zukünftigen Stelle unterscheidet oder Ihre Gehaltsvorstellungen deutlich über jenen Ihres vorherigen Jobs liegen. Ansonsten riskieren Sie, dass der eigentlich zu geringe Wert die Basis für Ihre Gehaltsverhandlung bildet und große Sprünge sind nicht mehr möglich. Zudem könnte ein zu geringes Gehalt auf eine schlechte „Qualität“ des Bewerbers hindeuten.
  2. Wenn Sie auf die Frage antworten, sollten Sie unbedingt ehrlich sein. Das Risiko, dass der Arbeitgeber hinter eine Lüge kommt und dann schlimmstenfalls Ihren Arbeitsvertrag anfechtet, ist andernfalls zu hoch.
    So oder so sollten Sie sich im Voraus Gedanken darüber machen, ob und wie Sie auf die Frage nach dem bisherigen Verdienst antworten werden. Sie müssen
  • Ihren Marktwert kennen,
  • eine Verdienstspanne Ihres Wunschgehaltes festlegen und
  • dieses nachvollziehbar begründen können.
  • Sie sollten außerdem die Tätigkeit in den Vordergrund stellen und nicht das Gehalt.
  • Zudem müssen Sie mit Ihrer Forderung natürlich unbedingt realistisch bleiben.

Legen Sie sich bereits konkrete Antworten bereit, falls der Personaler Ihnen im Vorstellungsgespräch mit der Frage begegnet. Eine solche könnte im ersten Fall wie folgt lauten:

Da die ausgeschriebene Position mit meiner bisherigen Stelle nur wenig gemeinsam hat, denke ich nicht, dass es sich dabei um einen brauchbaren Referenzwert handelt. Für mich ist der finanzielle Aspekt ohnehin zweitrangig. Erzählen Sie mir doch gerne mehr über meine Tätigkeiten, Arbeitsbedingungen und Perspektiven in Ihrem Hause und welches Budget Ihnen hierfür vorschwebt. Ich bin mir sicher, dass wir uns diesbezüglich einigen können.

Seien Sie allerdings darauf gefasst, dass der Personaler auf eine konkrete Zahl drängt und Ihnen Ihr bisheriges Gehalt oder Ihren zukünftigen Gehaltswunsch entlocken möchte, den Sie dementsprechend – wie bereits erwähnt – inklusive der zugehörigen Argumente parat haben sollten. Nennt der Personaler tatsächlich zuerst eine konkrete Zahl, seien Sie sich sicher, dass er bewusst niedrig ansetzt, in dem Wissen, dass Sie das Gehalt gewiss noch etwas nach oben handeln werden. Sie können sich also ins eigene Fleisch schneiden, wenn Sie dem Personaler den Vortritt lassen. Alternativ können auch Sie anstelle Ihres bisherigen Gehaltes einen Wunschwert in den Raum werfen, beispielsweise wie folgt:

Da die ausgeschriebene Position mit meiner bisherigen Stelle nur wenig gemeinsam hat, denke ich nicht, dass es sich dabei um einen brauchbaren Referenzwert handelt. In Anbetracht der geschilderten Aufgabenbereiche in der ausgeschriebenen Position sowie unter Berücksichtigung meiner Fortbildung in diesem Bereich vergangenes Jahr, liegt mein Marktwert aktuell bei 50.000 bis 58.000 Euro.

Wenn Sie sich hingegen für den zweiten Fall entscheiden und ehrlich auf die Frage nach dem Gehalt antworten, setzen Sie auch hier den Fokus auf die Tätigkeit anstelle des Geldes. Ihre Antwort könnte demnach lauten:

In meiner vorherigen Anstellung lag mein Verdienst bei 40.000 Euro. Da mir allerdings die Aufstiegsmöglichkeiten sowie Arbeitsinhalte der ausgeschriebenen Stelle gemäß Ihrer Schilderung wichtiger sind, wäre ich mit einer fünfprozentigen Gehaltserhöhung zufrieden. Diese begründet sich aus meinen zahlreichen Erfahrungen in diesem Bereich in den vergangenen zwei Jahren sowie der Führungsverantwortung, welche ich bei Ihnen übernehmen würde.

Das Fazit lautet also: Schlussendlich haben Sie viel Spielraum, ob und wie Sie die Frage nach dem bisherigen Gehalt beantworten möchten. Ihre Entscheidung hängt zu großen Teilen davon ab, ob Sie mit Ihrem früheren Verdienst zufrieden waren oder nicht und inwiefern sich die beiden Stellen überhaupt miteinander vergleichen lassen. Wichtig ist also eine gründliche Vorbereitung. Lassen Sie sich nicht überrumpeln, kennen Sie Ihren Marktwert und antworten Sie souverän – dann steht einer Gehaltserhöhung eigentlich nichts mehr im Wege.

Welche Strategie würden Sie bei dieser Frage fahren? Waren Sie vielleicht schon einmal in der bezeichneten Position? Wie haben Sie reagiert? Oder haben Sie Tipps für Bewerber aus der Sicht eines Personalers? Vielen Dank für Ihre Kommentare zum Thema!

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