Weniger arbeiten – das ist ein Traum vieler Arbeitnehmer in Deutschland. Sie sehnen sich nach mehr Freizeit und einer ausgewogeneren Work-Life-Balance. Das Problem an der Sache ist: In vielen Fällen würde bei einer Reduktion der Arbeitszeit das Geld nicht mehr für ein Leben im bisherigen Wohlstand ausreichen. Was, wenn wir Ihnen jetzt sagen, dass Sie nicht nur weniger arbeiten, sondern dabei auch noch mehr Geld verdienen können? Unglaublich, aber wahr!
Mehr Geld im Portemonnaie
Inhalt
1. Unter der Lupe: Was verdient Deutschland?
2. Gehaltsvergleich: Banken Top, Hotellerie Flop!
3. Werden nur die Fleißigsten zu Top-Verdienern?
4. Reichtum und Faulheit schließen sich nicht aus!
5. Mehr Geld für weniger Arbeit – Das ist möglich!
6. Faktor 1: Zeitmanagement nach dem Pareto-Prinzip
7. Faktor 2: Selbstmarketing – „Image is everything“
8. Faktor 3: Ein Fünkchen Mut kann Wunder bewirken!
9. Fazit: Weniger arbeiten kann mehr Leistung bedeuten – und mehr Geld!

Unter der Lupe: Was verdient Deutschland?

Beginnen wir einmal ganz am Anfang: Wissen Sie überhaupt, was ein deutscher Arbeitnehmer durchschnittlich verdient? Viele Arbeitnehmer kennen nicht einmal die für ihre Branche üblichen Gehälter, was mitunter dazu führen kann, dass sie nichtsahnend absolut unterbezahlt sind. Wir wollen deshalb einmal genauer hinsehen und Ihnen verraten, was der „Durchschnittsdeutsche“ so im Jahr verdient:

Der durchschnittliche Brutto-Jahresarbeitslohn von 32.643 Euro stellt den höchsten Wert in der Geschichte dar. Wie folgende Statistik zeigt, ist das bundesdeutsche Durchschnittseinkommen seit dem Jahr 1960 stetig gestiegen.
Statistik: Durchschnittseinkommen (durchschnittlicher Brutto-Jahresarbeitslohn)* je Arbeitnehmer in Deutschland von 1960 bis 2015 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Natürlich müssen hierbei aber auch die ebenfalls steigenden Lebenshaltungskosten sowie die Inflation berücksichtigt werden. 32.643 Euro – das ist allerdings nur ein Durchschnittswert, welcher sich vor allem aus Top-Verdienern auf der einen und Geringverdienern auf der anderen Seite zusammensetzt. Denn es ist ein altbekanntes Problem, dass der wohlsituierte Mittelstand in Deutschland immer mehr wegbricht. Laut ARD-Magazin „Monitor“ seien die Einkommen von Managern seit dem Jahr 1997 um rund 42 bis 186 Prozent gestiegen und lägen bei schätzungsweise 500.000 Euro brutto pro Jahr. Der deutsche „Durchschnittsverdiener“ hingegen, verdient gerade einmal etwa 15 Prozent mehr als noch vor 20 Jahren. (Quelle: WSWS). Diesem einen (!) Prozent der Top-Verdiener stehen also zahlreiche Geringverdiener gegenüber, die mit weniger als 2.750 Euro brutto im Monat auskommen, eventuell sogar eine Familie ernähren müssen.

Gehaltsvergleich: Banken Top, Hotellerie Flop!

Doch nicht nur zwischen Managern und Arbeitnehmern gibt es natürlich enorme Einkommensunterschiede, sondern auch zwischen Voll- und Teilzeitbeschäftigten, neuen und alten Bundesländern sowie leider immer noch zwischen Männern und Frauen. Ausschlaggebend ist zudem die jeweilige Branche, in welcher Sie tätig sind. Werfen wir deshalb noch einmal einen genaueren Blick auf die Tops und Flops der Branchen hinsichtlich ihres Einkommensniveaus:

  1. Durchschnittlich 62.451 Euro brutto zahlen Banken ihren Arbeitnehmern jährlich.
  2. Auf dem zweiten Platz findet sich die Pharmaindustrie mit 59.991 Euro brutto pro Jahr.
  3. Den dritten Platz belegt die Automotive-Branche mit einem durchschnittlichen Jahresbruttoverdienst von 59.727 Euro.

Darauf folgen laut Stepstone die Branchen Telekommunikation, Chemie, Maschinenbau, Medizintechnik sowie Luft- und Raumfahrt, Versicherungen und Energie. Am schlechtesten bezahlt seien hingegen die Branchen Hotellerie, Gastronomie und Catering, Handwerk, Bildung und Training, Freizeit und Touristik sowie Agentur und Werbung. Weitere spannende Zahlen zu den bundesweiten Durchschnittsgehältern in verschiedenen Branchen, Berufen und Positionen finden Sie im Artikel „Wie viel verdienen eigentlich…Merkel, Neuer & Co?“.

Werden nur die Fleißigsten zu Top-Verdienern?

Doch wie werden Sie nun eigentlich auch zu einem dieser wenigen Top-Verdiener in Deutschland? Oder wie können Sie – wenn Sie nicht unbedingt zu diesem einen Prozent gehören müssen – Ihr Einkommen wenigstens ein bisschen aufbessern, um sich einen Urlaub auf den Malediven zu gönnen, endlich das neue Auto zu kaufen oder bei der Arbeit etwas kürzer zu treten? Bislang geht der Wunsch nach einer ausgewogeneren Work-Life-Balance oder mehr Zeit für die Familie meist mit Einschnitten im Verdienst einher. Wir sagen Ihnen aber: Das muss nicht sein! Verabschieden Sie sich endlich von dem hartnäckigen Mythos, dass nur die Fleißigsten zu den Top-Verdienern gehören können und jedes Fünkchen Faulheit sich direkt negativ auf Ihr Einkommen auswirkt.

Tipp: Rechnen Sie hier aus, ob Sie genug verdienen.

Reichtum und Faulheit schließen sich nicht aus!

Natürlich hält sich dieser Mythos hartnäckig, schließlich wird er von den obersten Riegen fleißig gepflegt. Er hilft dabei, den „kleinen Arbeiter“ klein zu halten, sodass er schuftet bis zum Umfallen, stets in der utopischen Hoffnung der Beförderung oder einer Gehaltserhöhung. Wer nur genug Überstunden macht, überdurchschnittliche Leistung bringt und selbstlosen Einsatz zeigt, wird irgendwann die Lorbeeren ernten, so das Versprechen der modernen Geschäftswelt. In Realität führt diese Einstellung zu immer mehr unbezahlten Überstunden, sinkenden Gehältern sowie steigenden Zahlen stressbedingter Erkrankungen.

Und wer sitzt wirklich an der Spitze? Sind es die Fleißigsten der Fleißigen? Oder sind es vielleicht einfach jene, die das beste Selbstmarketing beherrschen, über ein gutes Zeitmanagement verfügen und zum richtigen Zeitpunkt Forderungen zu stellen wissen? Wir wollen Sie mit dieser Erkenntnis nun aber nicht frustrieren, sondern im Gegenteil sogar motivieren. Auch für Sie bedeutet das nämlich fortan, dass Sie umdenken können: Sie müssen nicht mehr arbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Sie müssen nur ab sofort „richtig“ arbeiten.

Lese-Tipp:Von wegen harte Arbeit: Faule Menschen sind erfolgreich und intelligent

Mehr Geld für weniger Arbeit – Das ist möglich!

Die 3 wichtigsten Faktoren für mehr Geld
Wenn Sie einmal die Erkenntnis gewonnen haben, dass nicht das „Wieviel“ an Arbeit über Ihr Einkommen bestimmt, sondern das „Wie“, sind Sie all Ihren Kolleginnen und Kollegen einen großen Schritt voraus. Eine ausgewogenere Work-Life-Balance bei besserem Verdienst könnte für Sie schon bald zur Realität werden. Alles, was Sie dafür wissen müssen, sind folgende drei Faktoren:

  1. Zeitmanagement
  2. Selbstmarketing
  3. Mut

Faktor 1: Zeitmanagement nach dem Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip, auch 80/20-Regel genannt, ist eine bekannte Zeitmanagement-Theorie, welche Folgendes besagt:

Mit nur 20 Prozent der Leistung werden 80 Prozent der Ergebnisse erreicht.

Der Entwickler dieser 80/20-Regel Vilfredo Pareto zog daraus folgenden Schluss: Für die restlichen 20 Prozent benötigen Sie 80 Prozent der Leistung. Dies allerdings wäre zu viel Aufwand, zum Beispiel finanzieller oder zeitlicher Art, und daher in den meisten Fällen nicht lohnenswert. Meist soll es daher ausreichend sein, 80 Prozent der Ergebnisse zu erbringen. Dadurch sparen Sie sich wiederum 80 Prozent Ihrer Ressourcen ein und können so alles in allem Ihre Leistung vervielfachen. Sind Sie nun ein wenig verwirrt? Dann wollen wir es Ihnen etwas anschaulicher erläutern:

Nehmen wir an, Sie erledigen Aufgabe A zu 80 Prozent und benötigen dafür 20 Prozent der Zeit. So nehmen Sie anschließend Aufgabe B in Angriff, erledigen auch diese zu 80 Prozent in 20 Prozent der Zeit. Sie haben nun also bereits 160 Prozent Leistung erbracht, mit gerade einmal 40 Prozent Zeitaufwand. Mit 100 Prozent Zeitaufwand hingegen, hätten Sie zu diesem Zeitpunkt erst 100 Prozent Leistung erbracht und mit Aufgabe B noch nicht einmal begonnen.

Eine weitere hilfreiche Erklärung des Pareto-Prinzips finden Sie in folgendem Video:

Durch die 80/20-Regel können Sie also fortan viel mehr Arbeit in viel weniger Zeit schaffen. Wägen Sie daher stets ab, ob Sie für eine Aufgabe auf Ihrer To-Do-Liste wirklich 100 Prozent Leistung erbringen müssen, oder ob nicht eventuell auch 80 Prozent der Ergebnisse völlig ausreichend wären. Haben Sie das Pareto-Prinzip einmal verinnerlicht, werden Sie dieses schon bald vollautomatisch in jeden Bereich Ihres Lebens integrieren und so erfolgreicher, glücklicher und gesünder werden – dank ausgewogener Work-Life-Balance und mehr Wohlstand.

Dafür müssen Sie aber folgende häufige Fehler beim Anwenden der 80/20-Regel unbedingt vermeiden:

  • Sie arbeiten nicht mit To-Do-Listen.
  • Sie setzen keine oder falsche Prioritäten.
  • Sie arbeiten an mehreren Aufgaben gleichzeitig, Stichwort „Multitasking“.
  • Sie lassen sich ablenken und büßen dadurch Konzentration ein.
  • Sie prokrastinieren ungeliebte Aufgaben.
  • Sie verlieren sich in Perfektionismus.

Setzen Sie Prioritäten, stoppen Sie das Multitasking und widmen Sie sich dann für 20 Prozent der Zeit zu 100 Prozent dieser Aufgabe – so werden Sie 80 Prozent der Ergebnisse erzielen! Das sind viele Prozentzahlen, oder? Am besten, Sie probieren es einfach einmal aus und lassen uns Ihre Erfolge in den Kommentaren wissen.

Faktor 2: Selbstmarketing – „Image is everything“

Nun, da Sie mehr Leistung in weniger Zeit erbringen, möchten Sie natürlich auch die Lorbeeren dafür ernten. Sie werden schließlich weder finanziell noch karrieretechnisch vorankommen, wenn Ihre Arbeit unbemerkt bleibt. Begeben Sie sich einmal in die Beobachterrolle: In jedem Unternehmen gibt es fleißige Bienchen, die Tag für Tag schuften und dennoch nach 20 Jahren in derselben Position bei etwa derselben Bezahlung zu finden sind. Und dann gibt es die Trittbrettfahrer, welche sich selbst als Leistungsträger zu verkaufen wissen, in Wahrheit aber keinen Finger rühren. Dennoch scheinen diese schneller und höher aufzusteigen als jedes fleißige Bienchen in ihrem Dunstkreis. Woran liegt das?

Das Stichwort lautet „Selbstmarketing“. In der heutigen Geschäftswelt brauchen Sie für die große Karriere eigentlich nur zwei Dinge: Die richtigen Kontakte und das passende Image. Wieso das so ist, können Sie im Artikel „Nicht wer leistet, wird befördert. Sondern…?“ nachlesen. Nutzen Sie die 80 Prozent Zeit, welche Sie sich ab sofort dank der 80/20-Regel bei Ihrer Arbeit einsparen, also lieber für Networking und die Arbeit an Ihrem Image:

  • Dokumentieren Sie Ihre (nun gesteigerten) Leistungen und Erfolge.
  • Seien Sie zur richtigen Zeit zur Stelle. Zeigen Sie also Engagement, wenn der Chef es einfordert, und lassen Sie dafür unwichtige Aufgaben auch einmal liegen.
  • Dress for Success“ – Achten Sie auf Ihre Kleiderwahl.
  • Seien Sie stolz auf sich selbst und lassen Sie vom „Understatement“.
  • Ergreifen Sie in Meetings hin und wieder das Wort und bringen Sie sich aktiv ein.
  • Nehmen Sie wichtige Aufgaben an, statt „der Mann beziehungsweise die Frau für Alles“ zu sein.
  • Spezialisieren Sie sich und eignen Sie sich „unersetzbares Expertenwissen“ an.
  • Pflegen Sie Ihre Kontakte und präsentieren Sie sich hilfsbereit.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten Ihre Karriereziele, statt diese für sich zu behalten.
  • Prüfen Sie immer wieder Ihren Marktwert durch Gespräche mit Headhuntern oder externe Bewerbungen.
  • Fassen Sie den Mut, regelmäßig eine Gehaltserhöhung einzufordern.
  • Wechseln Sie unter Umständen intern oder extern die Stelle, wenn Sie hier bessere Verdienstchancen erwarten.

Weitere praktische Tipps zum Thema Selbstmarketing finden Sie zudem in unseren Artikeln „Selbstmarketing – nur etwas für Schaumschläger, Möchtegerns und Lackaffen?“ und „Selbstmarketing – Vom positiven Denken bis zum guten Ruf“.

Faktor 3: Ein Fünkchen Mut kann Wunder bewirken!

Das dritte und letzte Stichwort ist ebenfalls bereits gefallen: Mut. Wenn Sie Ihren Wert als Arbeitskraft kennen und diesen nun auch nach außen richtig vertreten, müssen Sie nur noch den Mut haben, die entsprechende „Belohnung“ einzufordern. Werden Sie sich über Ihre Ziele klar:

  • Möchten Sie mehr im Homeoffice arbeiten?
  • Wollen Sie die Arbeitszeit reduzieren?
  • Wünschen Sie sich eine Gehaltserhöhung?
  • Oder mehr Verantwortung?

Je besser Sie sich selbst und Ihre Ziele kennenlernen, umso eher können Sie Forderungen stellen. Sie erbringen nun schließlich noch mehr Leistung in noch weniger Zeit und genießen einen exzellenten Ruf im Unternehmen. Wieso sollten Sie da nicht das Vieraugengespräch mit Ihrem Vorgesetzten suchen? Die wenigsten Unternehmen haben etwas zum Verschenken. Sie können daher lange auf das Angebot

„Lieber Herr Mustermann, wollen Sie vielleicht weniger arbeiten und dafür mehr Geld?“

warten. Wenn Sie allerdings selbst aktiv werden, Ihr Zeitmanagement sowie Selbstmarketing verbessern und eine entsprechende Gegenleistung einfordern, ist dieser Wunsch mit ein wenig Verhandlungsgeschick durchaus realistisch.

Fazit: Weniger arbeiten kann mehr Leistung bedeuten – und mehr Geld!

Für viele Menschen klingt „Mehr Geld für weniger Arbeit“ nach einer unrealistischen Traumvorstellung. Durch die richtigen Maßnahmen handelt es sich dabei aber um ein durchaus umsetzbares Karrierekonzept. Sie müssen sich einfach entscheiden, ob Ihr Ziel im hierarchischen Aufstieg oder einer ausgewogeneren Work-Life-Balance steckt. Gerade als hochqualifizierte Fachkraft können Sie nämlich heutzutage bei entsprechender Gegenleistung auch Forderungen stellen, zum Beispiel eben eine Gehaltserhöhung, die Reduktion der Arbeitszeit oder sogar beides. Sie müssen sich nicht zwingend selbstständig machen, ein passives Einkommen aufbauen oder nebenbei mit Aktien spekulieren. Zerbrechen Sie sich nicht weiter den Kopf oder gehen Sie gar unkalkulierte Risiken ein: Mehr Geld für weniger Arbeit kann so einfach sein. So einfach, dass eben viele Menschen vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. In Japan gibt es hierfür ein weiteres passendes Sprichwort:

„Bei allzu langem Nachdenken kommt man nicht auf den richtigen Gedanken.“

Also hören Sie mit dem Denken auf und beginnen Sie an Ihrem Zeitmanagement, Selbstmarketing und Mut zu arbeiten. In spätestens zwei Jahren sollten Sie dann die erste Gehaltserhöhung und/oder Flexibilisierung der Arbeitszeit einfordern können. Oder geht das vielleicht sogar noch schneller und einfacher? Wir freuen uns auf Ihre persönlichen Erfahrungen, praktischen Tipps und kreativen Ideen zum Thema in den Kommentaren.

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