Es gibt Menschen, die scheinen von Natur aus mit einem solchen Charme gesegnet zu sein, dass jeder ihnen die Wünsche von den Augen abliest. Sie sind allseits beliebt, haben ein riesiges Netzwerk und dementsprechend viel Erfolg im Berufsleben. Doch Charme muss nicht unbedingt angeboren sein. Du kannst diesen auch trainieren, trotz dass du bislang vielleicht eher plump auf andere Menschen zugegangen bist. Achte in deinen zukünftigen Begegnungen einfach auf diese acht Verhaltensweisen charmanter Personen und schon wirst auch du beliebter, erfolgreicher sowie schlichtweg zufriedener sein. Probiere es aus!

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Definition: Was ist Charme?

Bevor du selbst „charmanter“ werden kannst, solltest du aber erst einmal wissen, was der Charme überhaupt ist. Der Begriff stammt ursprünglich aus der französischen Sprache und bedeutet „faszinieren“ oder „entzücken“. Es handelt sich also um ein Persönlichkeitsmerkmal des Menschen, das ihn im sozialen Umfeld besonders beliebt macht – sowohl bei bekannten als auch unter bislang fremden Personen.

Laut Duden handelt es sich um ein „gewinnendes Wesen eines Menschen“, dessen „Liebenswürdigkeit“ beziehungsweise die „Anziehungskraft, die von jemandes gewinnendem Wesen ausgeht“.

Der Charme als Eigenschaft ist in der Regel nicht angeboren, sondern im Zuge der Sozialisierung eines Menschen erworben. Dies geschieht bei einigen Personen bereits in sehr jungen Jahren, bei anderen erst später oder niemals. Ob und in welchem Ausmaß ein Mensch charmant wird, hängt also zu großen Teilen von dessen Verhaltensvorbildern ab, den eigenen Eltern zum Beispiel. Dennoch ist noch längst nicht Hopfen und Malz verloren, wenn du nicht bereits in deiner Kindheit zu einer charmanten Persönlichkeit erzogen wurdest. Stattdessen kannst du deinen Charme in jedem Lebensalter erwerben oder intensivieren – ähnlich dem Charisma.

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Charisma ist im Menschen wie das Brennen beim Feuer,
das Leuchten bei der Kerze, das Funkeln bei kostbaren Steinen, Gold und Silber.
Es ist etwas Geistiges.

(Li Liweng)

An dieser Stelle ist eine Abgrenzung der sehr ähnlichen Begriffe sinnvoll: Zwar äußern sich Charme und Charisma bei einem Menschen ähnlich, indem er in seinem sozialen Umfeld als äußerst beliebt und irgendwie „faszinierend“ gilt, doch handelt es sich beim Charme eher um eine Eigenschaft, die sich in gewissen Verhaltensweisen äußert, während das Charisma laut Definition „eine von Gott verliehene besondere Gabe“ darstellt. Was genau es damit auf sich hat, erfährst du in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: Charisma lernen: 13 Tipps für mehr Ausstrahlun

Das Persönlichkeitsmerkmal „Charme“ äußert sich also wie soeben erwähnt in speziellen Verhaltensweisen bei der Interaktion mit anderen Menschen. Hier lassen sich bei Personen, die von ihrem sozialen Umfeld als überdurchschnittlich charmant wahrgenommen werden, einige Muster erkennen.

8 Verhaltensweisen, die dich charmanter wirken lassen

Es gibt also explizite Strategien, durch welche du deinen Charme erhöhen und dadurch nicht nur im Berufsleben beliebter sowie erfolgreicher werden kannst. Wenn du dir folgende acht Verhaltensweisen von charmanten Persönlichkeiten abschaust, sie trainierst und gezielt in deine Konversationen einfließen lässt, wirst du schon bald erste positive Effekte auf dein Sozialleben erkennen – garantiert!

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Wichtig ist, dass du trotz „einstudierter“ Verhaltensweisen stets authentisch bleibst. Dein Charme wächst also erst dann auf ein überdurchschnittliches Maß an, wenn du den Spagat zwischen Authentizität und folgenden acht Verhaltensweisen schaffst. Das mag eine Herausforderung sein, ist aber allemal machbar. Schlussendlich musst du eigentlich nicht mehr tun, als deine bisherigen Kommunikationsmuster zu reflektieren und an acht Stellen ein wenig zu optimieren. Aber welche sind das?

Charmeoffensive #1: Hören deinem Gegenüber zu!

Sehr charmante Menschen lassen ihren Gesprächspartner ausreden und vor allem: sie hören mit voller Aufmerksamkeit zu. Das bedeutet, dass sie sich nicht bereits auf ihre nächste Antwort konzentrieren oder auf eine Idee, Anekdote & Co, die sie loswerden möchten, sobald das Gegenüber ausgesprochen hat, sondern sie lassen ihre Gedanken weiterziehen, folgen dem Gespräch und antworten gezielt auf das Gesagte. Echtes Zuhören ist eine selten gewordene Kunst, aber der wohl wichtigste Faktor für Charme.

Charme ist die Gabe, den anderen vergessen zu lassen, daß er aussieht wie er aussieht.

(Französisches Sprichwort)

Gleichzeitig solltest du deinem Gegenüber mehr Gesprächszeit einräumen als sich selbst. Stelle offene Fragen, um es zum Erzählen anzuregen – das stärkt die Sympathie und sorgt dafür, dass sich der Sprechende selbst als wichtig empfindet. Du schenkst also jedem Individuum in deinem sozialen Umfeld das Gefühl, wertgeschätzt zu sein und erhöhst dadurch indirekt deine eigene Beliebtheit. Denn die Menschen werden wieder zu dir kommen und erneut das Gespräch mit dir suchen, um dasselbe Gefühl abrufen zu können.

Charmeoffensive #2: Zeige dich verletzlich!

Viele Menschen legen heutzutage eine aufgesetzte Stärke an den Tag und scheuen sich, in der Öffentlichkeit Gefühle zu zeigen. Das trifft vor allem auf Männer zu, aber längst nicht nur. Gerade im Berufsleben gelten Emotionen als Störfaktoren, die es zu eliminieren gilt. Das Ergebnis ist eine als unmenschlich oder roboterhaft und kalt wahrgenommene Arbeitsatmosphäre. Ein soziales Umfeld, das auf Dauer für alle Beteiligten nicht nur unangenehm ist, sondern sogar zur Gefahr für die eigene Gesundheit werden kann. Stichwort: Burnout-Syndrom.

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Menschen möchten aber nicht eine Nummer beziehungsweise ein Zahnrad im Uhrwerk sein. Sie sind und bleiben Menschen – und wollen auch als solche agieren sowie fühlen dürfen. Wenn du deinem Gesprächspartner also das Gefühl schenkst, authentisch sein zu können, Emotionen zuzulassen und dennoch als der Mensch akzeptiert sowie wertgeschätzt zu sein, der er wirklich ist, erhöhst du deinen Charme um ein Vielfaches. Wie du das anstellst? Mache dich verletzlich. Präsentiere dich selbst menschlich und authentisch.

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Zeige Emotionen, spreche über Gefühle, statt über Fakten, und bringe auch dein Gegenüber dazu, auf die Gefühlsebene zu wechseln. Stelle dafür zum Beispiel Fragen wie „Welches Ereignis in Ihrem Leben hat Sie am meisten geprägt?“ oder „Was hat Sie am Verhalten von Herrn Mustermann verletzt?“. Begebe dich bei dem Gespräch also nicht in einen verbalen Wettkampf, bei welchem jeder mit seinen Errungenschaften prahlt oder auf seiner Meinung verharrt, sondern finden eine Ebene der Menschlichkeit und werde so zu einem Team – im eigentlichen sowie übertragenen Sinne.

Charmeoffensive #3: Sei interessiert!

Das geht eigentlich sehr einfach: Zeige wahres Interesse. Der Betroffene wird schnell merken, wann du Interesse nur heuchelst und wann du tatsächlich mehr über ihn erfahren möchtest. Mache dir also selbst bewusst, dass du von jedem Menschen, welchem du im Laufe deines Lebens begegnest, etwas Wertvolles lernen kannst. Sehe es als Mission, in jedem individuellen Fall herauszufinden, was dieses Etwas ist. Sogar oder gerade Personen, die dir auf den ersten Blick unsympathisch erscheinen, können auf den zweiten Blick die größten Lehrmeister in deinem Leben werden. Wahres Interesse an einem Menschen zu zeigen, hat also zahlreiche positive Nebeneffekte – und einer davon ist mehr Charme deinerseits.

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Charmeoffensive #4: Präsentiere dich bescheiden!

Du magst zwar erfolgreich sein, doch wirklich leiden kann dich niemand: Die Sprache ist von Angebern. Ein aufgeblasenes Ego macht unsympathisch und ist in der Regel an Anzeichen für mangelndes Selbstbewusstsein.

Charmant wirkst du hingegen durch Bescheidenheit. Menschen, die sich auf angenehme Art und Weise zurückhalten, machen sich dadurch interessant und eben irgendwie „faszinierend“. In der Regel versucht das Gegenüber dann von selbst, mehr über dich zu erfahren. Zu bedeckt solltest du dich aber auch nicht geben, ansonsten ist das Gespräch aufgrund einsilbiger Antworten schnell beendet und dein soziales Umfeld hat das Gefühl, keinen Draht zu dir zu finden.

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Entdecke also deine bescheidene, dankbare, ja beinahe „weiche“ Seite. Wenn du einer Person auf Augenhöhe begegnest und dich nicht zum Beispiel aufgrund einer höheren hierarchischen Position für etwas Besseres hältst, wird dein Charme merklich in die Höhe schießen. Auch hier kommt wieder das Stichwort der Authentizität ins Spiel: Sei einfach du selbst, ohne dich künstlich aufplustern zu müssen, wie so viele Narzissten in unserer Gesellschaft. Hierfür bedarf es eines Mindestmaßes an Selbstreflexion. Sie ist der Schlüssel zu (noch) mehr Charme.

Charmeoffensive #5: Achte auf deine Körpersprache!

„Weich“ sollte dementsprechend auch deine Körpersprache sein, sprich gelassen und entspannt. Das bedeutet nicht, dass du deine Schultern hängen lässt und durch die Flure des Bürokomplexes schlurfen musst. Du kannst und solltest durchaus auf eine selbstbewusste, aufrechte und energiegeladene Körpersprache achten, um dein Gegenüber in deinen Bann zu ziehen. Dennoch wird er schnell bemerken, ob deine Körpersprache authentisch ist oder ob du ein gespieltes Selbst inszenierst. Achte einmal darauf und du wirst schnell einen Blick dafür entwickeln, welcher Mensch über echtes Selbstvertrauen verfügt und wer hingegen mit künstlich geradem Rücken voller Verspannungen und gespieltem Selbstbewusstsein durch das Leben schreitet.

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Charmeoffensive #6: Strebe nach Harmonie!

Sei also entspannt sowie authentisch. Lass dich voll und ganz auf das Gespräch ein. Lache. Beweise Humor sowie Selbstironie und suche in einer Konversation das Miteinander, statt das Gegeneinander. Ein Gespräch ist kein Wettkampf, sondern ein Austausch von Informationen – bestenfalls auf freundschaftlicher Ebene. Strebe in deinen Gesprächen nach Harmonie. Bestätige dein Gegenüber. Fühle dich in dessen Worte hinein. Stichwort: Empathie.

Trage dein Übel, wie du magst, Klage niemand dein Mißgeschick;
Wie du dem Freunde ein Unglück klagst, Gibt er dir gleich ein Dutzend zurück!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Mache nicht aus jeder Konversation einen Wettkampf oder eine Diskussion. Beharre nicht einfach stur auf deiner Meinung oder nutze die Gelegenheit zum Lästern über Kollegen, Vorgesetzte & Co. Kreiere hingegen eine positive Atmosphäre auf beiden Seiten, sodass alle Beteiligten bestärkt sowie inspiriert aus dem Gespräch hervorgehen. Achte auf eine positive Wortwahl, neutrale oder motivierende Themen und einen Grundtenor voller Hoffnung. Klingt kitschig? Klar, denn diese Konversationen sind selten geworden. Genau deshalb wirst du charmant auf dein Gegenüber wirken und es kommt gerne für ein weiteres Gespräch wieder auf dich zurück.

Charmeoffensive #7: Lege Selbstbewusstsein an den Tag!

Auch dieses Stichwort ist bereits des Öfteren gefallen: du musst Selbstbewusstsein ausstrahlen, um auf dein Gegenüber charmant zu wirken. Nur so kannst du zu einem Vorbild werden, sprich eine „Anziehungskraft“ auf Menschen ausüben. Wenn du selbst nicht an dich glaubst – wer dann? Allerdings muss es sich dabei um ein gesundes Selbstbewusstsein handeln. Du musst dir also „selbst bewusst sein“. Das hat nichts mit einem übersteigerten Ego oder Angeberei zu tun. Stattdessen bedeutet es ein hohes Maß an Selbstreflexion und Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten. Das ist es, was dich charmanter wirken lässt.

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Charmeoffensive #8: Merken dir Namen!

Die letzte Verhaltensweise charmanter Menschen ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Merke dir den Namen einer jeden Person beim ersten Vorstellen und spreche diese anschließend direkt an. Das schindet Eindruck und gibt dem Betroffenen erneut ein Gefühl der Wichtigkeit. Sich Namen zu merken, ist ein Zeichen von Interesse. Eine Person mit ihrem Namen anzusprechen, stellt schneller eine persönliche Verbindung zwischen den Gesprächspartnern her und erlaubt dadurch den Wechsel von oberflächlichen zu authentischeren Themen. Trainiere also ab sofort dein Namensgedächtnis und auch dein Charme wird unmittelbar zunehmen. Gar nicht so schwierig, dieses „Charmantsein“ – oder?!

Welche weiteren Verhaltensweisen fallen dir immer wieder bei Personen auf, die du selbst als besonders charmant erlebst? Und was schreckt dich hingegen ab? Vielen Dank für deine Ergänzungen in den Kommentaren!

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Bildnachweis: Photo by Jimmy Bay on Unsplash.com

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