Viele Menschen denken, Intelligenz wäre der einzig wahre Schlüssel zum Erfolg. Heutzutage braucht es jedoch deutlich mehr Kompetenzen, um im Berufsleben aufzusteigen. Gerade die sogenannten Soft Skills gewinnen immer mehr an Wichtigkeit – während die Intelligenz gleichzeitig an Bedeutung verliert. Intelligenz ist ohnehin ein schwer zu definierender Begriff. Wir möchten Ihnen deshalb heute verraten, auf welche Art der Intelligenz es wirklich ankommt und welche weiteren Eigenschaften Sie für eine steile Karriere benötigen.

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Bild: © wowomnom – Fotolia.com

Inhalt
1. IQ – Eine Kennzahl mit geringer Aussagekraft
2. #1 Empathie
3. #2 Kommunikationsfähigkeit
4. #3 Motivation
5. #4 Mut
6. #5 Resilienz
7. #6 Lernbereitschaft
8. #7 Neugierde
9. #8 Disziplin
10. #9 Organisationstalent
11. #10 Gelassenheit
12. #11 Selbstbewusstsein

IQ – Eine Kennzahl mit geringer Aussagekraft

Was verstehen Sie persönlich unter dem Begriff „Intelligenz“? Die einen sprechen dabei von einer hohen Problemlösungskompetenz, die anderen davon, dass eine intelligente Person besonders schwierige Mathematikaufgaben lösen kann, und die Dritten meinen mit der Intelligenz eigentlich soziale Kompetenzen.

Lese-Tipp: „Der IQ ist tot, es lebe der EQ: Darum sind Menschen mit emotionaler Intelligenz erfolgreicher als die „hochintelligenten“

Eine einheitliche Definition von Intelligenz gibt es bislang nicht. Alfred Binet war jedoch im Jahr 1905 der erste Psychologe, welcher einen Test entwickelte, um die Intelligenz von Menschen vergleichen zu können. Er teilte dafür die mentale Leistungsfähigkeit einer Person in ein „Intelligenzalter“ ein. Sein Versuch gilt heutzutage als erster nennenswerter Intelligenztest. William Stern war es schließlich im Jahr 1912, der dieses Intelligenzalter in Zusammenhang mit dem Lebensalter eines Menschen brachte. Er entwickelte dadurch den bis heute verwendeten Begriff des Intelligenzquotienten, auch IQ. Aber was genau gibt dieser IQ an?

„Intelligenz ist, was Intelligenztests messen,
die so konstruiert wurden, dass sie das Bildungsniveau möglichst gut vorhersagen,
oder kurz: Intelligenztests messen die Befähigung zu hoher Bildung.“
(Jens Asendorpf)

Ein hoher IQ beziehungsweise Bildung alleine, ist für eine steile Karriere allerdings nicht ausreichend, da sind sich zumindest 62 Prozent der Befragten einer Studie von EARSandEYES einig. Ihrer Meinung nach ist der EQ eines Menschen – also dessen emotionale Intelligenz – mindestens genauso bedeutend. 34 Prozent erachten die sozialen Kompetenzen sogar als wichtiger für den beruflichen Erfolg. Doch es gibt noch weitere „erfolgversprechende“ Eigenschaften:

#1 Empathie

Der EQ, also die emotionale Intelligenz eines Menschen, seine sozialen Kompetenzen und vor allem Empathie spielen tatsächlich eine große Rolle auf dem Weg zum Erfolg. Gerade, wer in eine Führungsposition aufsteigen möchte, sollte sich gut in seine Mitarbeiter hineinversetzen, Konflikte spüren und zielgerichtet auflösen können. Eine gute Arbeitsatmosphäre steigert nämlich die Zufriedenheit, Motivation und Produktivität der Angestellten. Sie sind langfristig gesünder und leistungsfähiger. Das fällt wiederum positiv auf Sie als Führungskraft zurück und katapultiert Sie schneller auf die nächste Stufe der Karriereleiter. So zumindest in der Theorie.

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Lese-Tipp: „Gruselkabinett im Büro: Ist Ihr Chef ein Psychopath?

Bislang wimmelt es in den deutschen Führungsetagen leider noch von Narzissten und Psychopathen, sprich sozial inkompetenten Persönlichkeiten. Doch je mehr das Bewusstsein um diese Problematik wächst und je wichtiger eine gute Arbeitsatmosphäre sowie emotional intelligente Führungskräfte für das Employer Branding werden, umso mehr Wert werden Arbeitgeber auf die Auswahl von Führungspersonal mit hohem EQ legen. Die Experten sind sich einig: Den empathischen Mitarbeitern und Führungskräften gehört die Zukunft!

#2 Kommunikationsfähigkeit

Um bei den sozialen Kompetenzen zu bleiben, ist auch die Kommunikationsfähigkeit eine Erfolgseigenschaft mit steigender Wichtigkeit. Eine falsche oder ausbleibende Kommunikation kann nämlich zu teuren Fehlern oder konfliktträchtigen Missverständnissen führen. Wenn Sie hingegen klar, einfach und schnell kommunizieren können, spart das allen Beteiligten eine Menge Zeit und Aufwand.

#3 Motivation

Eine hohe Motivation kann so manche fehlende Kompetenz wieder wettmachen. Lassen Sie sich deshalb nicht davon abschrecken, dass in der Stellenanzeige Hard Skills gefordert sind, über welche Sie (noch) nicht verfügen. Seien Sie stattdessen mutig und überzeugen Sie die Personaler durch Ihre Motivation. Ein geschultes Auge weiß nämlich: Motivation ist der wohl wichtigste Erfolgsfaktor. Mit genügend Motivation können Sie fast alles erlernen. Besonders erfolgreich sind vor allem jene Menschen, die über eine hohe intrinsische Motivation verfügen, sich also immer wieder „von innen heraus“ und aus eigener Kraft motivieren können – ohne äußere Anreize und selbst nach Niederlagen.

#4 Mut

Zwei weitere wichtige Stichworte sind nun bereits gefallen: Eines ist der Mut. Im Berufsleben müssen Sie hin und wieder Risiken eingehen. Die erfolgreichsten Menschen der Welt, zum Beispiel Steve Jobs oder Laurence Fink, waren beziehungsweise sind sogenannte „Risk-Taker“. Das Sprichwort lautet nicht ohne Grund:

„Die Weltkugel liegt vor ihm offen, wer nichts waget, der darf nichts hoffen.“
(Friedrich von Schiller)

Wenn Sie im Berufsleben wirklich erfolgreich sein möchten, müssen Sie hin und wieder den Mut fassen, um nach einer Gehaltserhöhung zu fragen, um Chancen zu ergreifen oder den Job für bessere Zukunftsperspektiven zu wechseln.

Lese-Tipp: „„Wer wagt, gewinnt“ – So werden Sie vom Risk-Taker zum Überflieger

#5 Resilienz

Das zweite Stichwort lautet „Resilienz“. Der Grund, weshalb so viele Menschen vor Risiken zurückschrecken, ist simpel: Es besteht immer auch die Chance des Scheiterns. Resilienz, also die Fähigkeit, sich von Niederlagen schnell zu erholen, ist deshalb ebenfalls eine wichtige Erfolgseigenschaft im Berufsleben. Trainieren Sie Ihre „seelische Widerstandskraft“ und sowohl im Berufs- als auch im Privatleben wird Sie so schnell nichts mehr aus der (Erfolgs-) Bahn werfen.

#6 Lernbereitschaft

Überhaupt sollten wir in der deutschen Kultur endlich unsere übertriebene Angst vor dem Scheitern ablegen. Niederlagen und Rückschläge sind in jeder Erfolgsgeschichte zu finden – auch bei Steve Jobs oder Laurence Fink. Manchmal sind sie sogar die notwendige Lektion, die den anschließenden Erfolg überhaupt erst möglich gemacht hat. Wichtig ist nur, dass Sie über ausreichend Lernbereitschaft verfügen, um sich stets neue Hard und Soft Skills anzueignen und vor allem, um aus Rückschlägen die richtigen Schlüsse zu ziehen. Gerade in unserer modernen, schnelllebigen und komplexen Geschäftswelt ist es unerlässlich, stetig weiterzulernen.

Lese-Tipp: „Fluide Intelligenz: Wer stetig lernt, bleibt länger schlau

#7 Neugierde

Sind Sie neugierig? Der Begriff ist in der deutschen Sprache eher negativ behaftet. Dabei ist die Neugierde eine hilfreiche und für Ihren Erfolg sehr wichtige Eigenschaft. Neugierige Menschen überdenken Situationen neu, finden innovative Lösungen und versuchen, sich sowie ihre Umwelt stetig zu verbessern. Sie verfügen über eine hohe intrinsische Motivation zum Lernen, sprich über eine hohe Lernbereitschaft. Und sie sind mutig genug, immer wieder neue Risiken einzugehen. Diese Begriffe kommen Ihnen alle bekannt vor? Richtig: Die Neugierde vereint eine Menge der bisher genannten Erfolgseigenschaften – und ist deshalb besonders wichtig.

Lese-Tipp: „Neugierde: Warum die „kindliche“ Erfolgseigenschaft so wichtig für den Job ist

#8 Disziplin

Die Disziplin oder die Willensstärke ist eine der berühmten deutschen Tugenden. Dabei umfasst sie mehr, als „nur“ pünktlich zu sein oder hart zu arbeiten. Disziplin bedeutet vor allem, dass Sie für Ihre selbstgesteckten Ziele so lange schuften, bis Sie diese erreichen – und zwar freiwillig, ohne äußeren Zwang. Die 10.000-Stunden-Regel besagt sogar, Disziplin sei für herausragende Leistungen wichtiger als Talent. Einige Wissenschaftler behaupten hingegen: Disziplin selbst sei ein angeborenes Talent. Doch auch, wenn Sie nicht von Geburt an mit einer Menge Selbstdisziplin gesegnet sind, können Sie diese trainieren. Wie? Das verraten wir Ihnen in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: „Selbstdisziplin: So geht’s mit Willensstärke zum Erfolg

#9 Organisationstalent

Ein weiteres „Talent“, das Ihnen im Berufsleben zugutekommt, ist das Organisationstalent. Die Komplexität der Arbeitswelt nimmt stetig zu und für viele Arbeitnehmer damit einhergehend auch die Zahl ihrer Überstunden. Wer keine oder falsche Prioritäten setzt, gerät dadurch schnell unter Dauerstress – mit all seinen negativen Konsequenzen auf die Gesundheit, Produktivität und Konzentration.

Infografik: Die stärksten Belastungen im Arbeitsalltag | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Lernen Sie also, richtige Prioritäten zu setzen, Ihren Arbeitsalltag gut zu strukturieren und dadurch gleichermaßen produktiv sowie gelassen zu bleiben.

#10 Gelassenheit

Gelassenheit – das klingt für Sie nicht gerade nach Erfolg? Glauben Sie uns: Auch die erfolgreichsten Menschen der Welt sind „nur“ Menschen. Und da ein Mensch nun einmal kein Roboter ist, kann er nicht 365 Tage im Jahr sowie 24 Stunden pro Tag durcharbeiten. Sie brauchen Entspannungszeiträume, um Ihre Energiereserven wieder aufladen und anschließend im Berufsleben voll durchstarten zu können. Doch Gelassenheit bedeutet mehr, als hin und wieder nach dem Feierabend die Füße hochzulegen.

Lese-Tipp: „Just relax: 5 Tipps für mehr Gelassenheit im Job

Sie umfasst in erster Linie ein tiefes Vertrauen in das Leben und darin, dass am Ende schon alles so kommen wird, wie es soll – auch der Erfolg. Gelassenheit hilft Ihnen also dabei, Stress zu reduzieren und dadurch dauerhaft gesund sowie leistungsfähig zu bleiben. Während Ihren Konkurrenten dann beim beschwerlichen Aufstieg der Karriereleiter die Puste ausgeht, klettern Sie „gelassen“ Sprosse für Sprosse weiter.

#11 Selbstbewusstsein

Gelassenheit bedeutet aber nicht nur ein tiefes Vertrauen in das Außen, sondern auch in das Innen. Die Sprache ist vom Selbstvertrauen. Sie müssen an sich und Ihre Fähigkeiten glauben – mit oder ohne überdurchschnittlichen IQ. Wichtig ist allerdings, dass es sich dabei nicht um das künstlich aufgeblasene Ego eines Narzissten handelt, sondern um ein echtes und gesundes Selbstbewusstsein. Üben Sie sich also in Selbstreflexion, lernen Sie sich selbst besser kennen und konzentrieren Sie sich auf Ihre Stärken.

Lese-Tipp: „Selbstbewusstsein stärken: Tipps & Übungen für mehr Selbstvertrauen

Ihr neugewonnenes Selbstbewusstsein wird Ihnen zu mehr Erfolg im Berufs- und auch im Privatleben helfen – und wenn nicht, macht es Ihnen zumindest weniger aus. Schlussendlich spielt in jeder Erfolgsgeschichte nämlich neben all diesen Eigenschaften und dem IQ noch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: Glück. Nur können Sie diesen leider nicht beeinflussen.

Oder was denken Sie? Welche Rolle spielt Ihrer Meinung nach der IQ auf dem Weg zum Erfolg? Oder halten Sie ebenfalls andere Eigenschaften für wichtiger und wenn ja, welche? Wir freuen uns auf Ihren Input in den Kommentaren!

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