Wenn es um die Karriere geht, hat oft jeder einen schlauen Ratschlag für Sie: Auf eine Elite-Universität müssen Sie gehen! Ständig erreichbar müssen Sie sein! Ein Auslandsaufenthalt ist heutzutage ein Muss! Aber irgendwie will es am Ende doch nicht so recht klappen mit dem rasanten hierarchischen Aufstieg. Klar, ein Großteil der Ratschläge ist nämlich entweder veraltet oder schlichtweg keinen Cent wert. Wir klären Sie deshalb heute über die 10 verbreitetsten Karriere-Mythen auf – und verraten Ihnen, wie es wirklich klappt mit dem beruflichen Erfolg.
Frau gibt Mann einen schlauen Ratschlag in Sachen Karriere
Inhalt
1. Karriere-Mythos 1: Die Elite-Universität
2. Karriere-Mythos 2: Der Master-Abschluss
3. Karriere-Mythos 3: Der Auslandsaufenthalt
4. Karriere-Mythos 4: Die ständige Erreichbarkeit
5. Karriere-Mythos 5: Die Gehaltserhöhung
6. Karriere-Mythos 6: Das Networking
7. Karriere-Mythos 7: Die Wirtschaftskrise
8. Karriere-Mythos 8: Der Headhunter
9. Karriere-Mythos 9: Der Schnelligkeits-Wettbewerb
10. Karriere-Mythos 10: Das Märchen vom Glück

Karriere-Mythos 1: Die Elite-Universität

Dank Bafög und zahlreichen weiteren Förderungsmöglichkeiten kann in Deutschland mittlerweile (fast) jeder studieren. Einen „normalen“ Universitäts-Abschluss zu haben, ist also längst nichts Besonderes mehr. Deshalb sollen jene Absolventen bessere Chancen auf die steile Karriere haben, die eine „Elite-Universität“ besucht haben, besser noch eine teure private. In den USA ist der Hype um Harvard, Stanford, Yale & Co bereits groß. Doch auch in Deutschland legen mittlerweile immer mehr Menschen Wert auf den Status „Elite“.

Aber: Zwar mag die Elite-Universität im Lebenslauf auf den ersten Blick durchaus auffallen und einen guten ersten Eindruck hinterlassen. Vielleicht steigert sie (vorausgesetzt, Sie haben eine gute Abschlussnote) sogar Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch. Doch spätestens dann hört die karrierefördernde Wirkung des Privilegs „Elite“ auch schon wieder auf. Wer hier nämlich nicht mit Persönlichkeit überzeugen kann, dem bringen auch exzellente Noten von der angeblich „besten Elite-Universität“ keinen Vorteil (mehr).

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Auch die Personaler haben nämlich mittlerweile begriffen: Auf die Soft Skills kommt es an – und darüber sagen Noten oder Universitäts-Abschlüsse reichlich wenig aus. Viel wichtiger ist die Qualität Ihrer Ausbildung. Und die ist auch an „normalen“ Universitäten mitunter sehr gut.

Tipp: Achten Sie daher bei der Wahl Ihrer Universität lieber auf Spezialisierungsmöglichkeiten, Lehrpläne, Praktika oder die Möglichkeit zu Projekten, welche (auch) Ihre Soft Skills fördern, statt auf den Titel „Elite“.

Statistik: Welche Erwartungen haben Sie an Berufseinsteiger im Bereich Soft Skills? | Statista
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Karriere-Mythos 2: Der Master-Abschluss

Früher war alles einfacher: Da gab es in den meisten Studiengängen schlicht und ergreifend einen möglichen Abschluss, das Diplom. Mittlerweile haben Sie jedoch in der Regel erst einmal einen Bachelor-Abschluss und können anschließend frei entscheiden, auch noch einen Master-Abschluss anzuhängen. Wer hoch hinaus will, braucht unbedingt einen solchen Master-Abschluss, wenn nicht sogar noch einen Doktortitel – heißt seither ein weit verbreiteter Karriere-Mythos. Wir sagen: Das ist falsch!

Infografik: IT-Unternehmen wollen verstärkt Hochschulabsolventen einstellen | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Aber: Vielmehr kommt es auf den individuellen Studiengang an. In den Naturwissenschaften benötigen Sie tatsächlich in der Regel einen Master-Abschluss, um einen attraktiven Job, zum Beispiel in der Industrie, zu ergattern. Sollten Sie sogar in die Forschung gehen wollen, kommen Sie nur schwerlich an einer Promotion vorbei. Wer hingegen eine Karriere im Management anstrebt und den klassischen BWL-Studiengang wählt, sollte sich überlegen, lieber nach dem Bachelor-Abschluss direkt ins Berufsleben zu starten und mit dem hierarchischen Aufstieg zu beginnen. Den Zeitverlust durch ein Master-Studium holen Sie später nämlich kaum noch auf. Ebenso die finanziellen Einbußen.

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Tipp: Informieren Sie sich also vorab darüber, welcher Abschluss in Ihrer Branche wirklich notwendig ist, um Karriere zu machen. Gerade bei Industrieunternehmen kann es zudem individuelle Unterschiede geben. Konservativere Betriebe legen in der Regel noch mehr Wert auf Abschlüsse und Titel als fortschrittlichere oder moderne Startups. Werden Sie sich also über Ihre Karriereziele bewusst und erlangen Sie das Minimum an Abschlüssen, welches für die Erreichung Ihrer Ziele notwendig ist. So sparen Sie sich wertvolle Zeit – und viel Geld.

Karriere-Mythos 3: Der Auslandsaufenthalt

In unserer globalisierten Welt müssen Sie mindestens einen Auslandsaufenthalt vorweisen können, um im Managementbereich eine Karriere anzusteuern – so lautet unser dritter Karriere-Mythos. Sei es während der Schulzeit, im Rahmen eines Auslandssemesters oder einfach eine private Weltreise: Angeblich seien jene Bewerber stark im Vorteil, welche schon mehrere Monate oder auch ein Jahr in mindestens einem anderen Land verbracht haben.

Statistik: Haben Sie jemals länger als zwei Monate in einem anderen Land als Deutschland die Schule besucht, studiert oder an einer Form beruflicher Weiterbildung teilgenommen? | Statista
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Aber: Reisen bildet, das wollen wir nicht abstreiten. Doch ein Auslandsaufenthalt stellt nicht immer eine Bereicherung für Ihre Bewerbung dar. Je nach Organisation, kann Sie dies zum Beispiel im Rahmen eines Auslandssemesters sogar wertvolle Zeit kosten.

Statistik: Stimmen Sie den folgenden Aussagen bezüglich Ihres Auslandsaufenthalt im Rahmen des Erasmus-Programms zu? | Statista
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Wer hingegen bereits mit beiden Beinen im Arbeitsleben steht, kann als Expatriate sogar den Boden unter den Füßen verlieren. Wer lange abwesend ist, verpasst unter Umständen wichtige Umstrukturierungen, attraktive interne Stellenausschreibungen oder auch eine Umverteilung der Zuständigkeiten. Kein Wunder, dass das Modell „Expat“ unter deutschen Arbeitnehmern immer unbeliebter wird.

Tipp: Wichtiger als ein Auslandsaufenthalt sind Ihre Fremdsprachenkenntnisse. Zwar können diese durch die tägliche Übung im Ausland aufgebessert werden, doch auch eine gute Sprachschule ist dafür völlig ausreichend. Prüfen Sie deshalb vor der Planung eines Auslandsaufenthaltes, welche Vor- und Nachteile er für Sie mitbringen könnte und melden Sie sich gegebenenfalls lieber bei der heimischen Volkshochschule für eine neue Fremdsprache an. Besonders hoch im Kurs: Englisch, Chinesisch und Japanisch.

Lese-Tipp:Do you speak English? Fremdsprachen als Karriereboost

Karriere-Mythos 4: Die ständige Erreichbarkeit

Die fortschreitende Digitalisierung führt dazu, dass mittlerweile fast jeder Arbeitnehmer mindestens ein Smartphone besitzt. Hinzu kommen vielleicht ein Geschäftshandy sowie das Tablet. Fakt ist also: Theoretisch sind Sie immer erreichbar. Sie können unterwegs Ihre E-Mails checken, im Urlaub angerufen werden oder dem Kollegen am Feierabend noch kurz eine wichtige Datei via Dropbox senden. Und das erwarten die Arbeitgeber heutzutage auch von ihren Angestellten. Wer nicht mitzieht, riskiert seine Karriere – so der Karriere-Mythos Nummer 4.

Statistik: Sind Sie außerhalb der regulären Arbeitszeit für berufliche Angelegenheiten erreichbar? | Statista
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Aber: Ständige Erreichbarkeit bedeutet eine große Belastung für die Arbeitnehmer. Wer nicht einmal am Feierabend, Wochenende oder im Urlaub im wahrsten Sinne des Wortes „abschalten“ kann, wird auf Dauer unter psychischen oder physischen Folgekrankheiten zu leiden haben. Dazu gehören

  • Burnout
  • Depressionen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Rückenschmerzen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • u. v. m.

Ständige Erreichbarkeit kann daher langfristig Ihre Leistungsfähigkeit einschränken und Ihrer Karriere dadurch mehr schaden als dienen. Sowohl Sie als auch Ihr Arbeitgeber profitieren davon, wenn Sie klare Regeln für die Erreichbarkeit außerhalb Ihrer Arbeitszeiten definieren, dadurch langfristig gesund bleiben und konstante Leistungen erbringen.

Statistik: Inwiefern stört es Sie, dass Sie außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar sind? | Statista
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Tipp: Die gesetzlichen Regelungen zum Thema Erreichbarkeit sind streng. So können Sie zum Beispiel im Urlaub guten Gewissens Ihr (Dienst-) Handy ausschalten. Dennoch möchten Sie natürlich keine falschen Signale senden. Besprechen Sie deshalb am besten vorab mit Ihrem Vorgesetzten, wann Sie erreichbar sein müssen und wann nicht. Stellen Sie klare Regeln auf und finden Sie einen Kompromiss, der für beide Seiten akzeptabel ist.

Lese-Tipp:Vorübergehend nicht erreichbar: Ihr gutes Recht nicht nur im Urlaub

Karriere-Mythos 5: Die Gehaltserhöhung

Eine Karriere muss stets geradlinig nach oben gehen – ebenso das Gehalt. Wenn Sie Ihren Job wechseln, sollten Sie demnach mindestens genauso viel verdienen wie in Ihrer vorherigen Anstellung, besser noch etwas mehr. Zudem sollten Sie niemals Verantwortungsbereiche abgeben. Richtig? Falsch!

Aber: Das Leben verläuft nun einmal nicht geradlinig und ebenso wenig eine Karriere. Manchmal müssen Sie einen Umweg nehmen oder drei Schritte zurückgehen, um Anlauf zu holen. Wenn Sie in einem Job keine Perspektive haben oder unglücklich sind, ist auch einmal der Wechsel in eine schlechter bezahlte oder hierarchisch niedrigere Position möglich – solange Sie anschließend wieder die Perspektive zum Aufstieg haben. Auch die erfolgreichsten Menschen der Welt, seien es Steve Jobs oder Laurence Fink, mussten in ihrer Karriere herbe Rückschläge einstecken.

Lese-Tipp:Wer wagt, gewinnt“ – Vom Risk-Taker zum Überflieger

Tipp: Was Sie von diesen Menschen lernen können: Sehen Sie Rückschläge in Ihrer Karriere nicht als Niederlage, sondern als Chance an. Manchmal holen Sie auf der Fahrt bergab einfach nur genug Schwung für den nächsten rasanten Aufstieg. Zudem sollten Ihnen Ihr persönliches Glück sowie Ihre Gesundheit wichtiger sein als die Karriere oder das große Geld. Wenn ein Job Sie also zu belasten beginnt, ziehen Sie die Notbremse, bevor Sie krank werden und Ihre Karriere damit ohnehin beendet wäre. Nehmen Sie lieber einen Rückschritt in Kauf und starten Sie dann gesund sowie motiviert neu durch. Dann können Sie auch schon bald wieder die nächste Gehaltserhöhung einfordern!

Lese-Tipp:Gehaltserhöhung: Die besten Tipps für Ihre Gehaltsverhandlung

Karriere-Mythos 6: Das Networking

Kontakte, das berühmte „Vitamin B“, sind das A und O für Ihre Karriere. Knüpfen Sie deshalb privat, beruflich sowie digital so viele Kontakte wie irgendwie möglich. Dieser Karriere-Mythos besitzt durchaus einen wahren Kern: Kontakte können Ihnen im Berufsleben ungeahnte (Job-) Chancen einbringen oder durch Empfehlungen und „Connections“ Ihren hierarchischen Aufstieg beschleunigen.

Lese-Tipp:Nicht wer leistet, wird befördert. Sondern…?

Aber: Auch bei Ihrem Netzwerk gilt: Qualität vor Quantität. Konzentrieren Sie sich lieber auf weniger vielversprechende Kontakte als auf eine breite Masse mit hohen Streuverlusten. Die Pflege Ihres Networks raubt nämlich eine Menge Energie und Zeit. Zudem sollten Sie in sozialen Netzwerken Vorsicht walten lassen, welche Informationen Sie preisgeben, vor allem dann, wenn Sie die Kontakte persönlich nicht (gut) kennen.

Statistik: Welche der folgenden Social Media Plattformen nutzt Du? | Statista
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Tipp: Gestalten Sie Ihr Netzwerk deshalb langsam und mit Bedacht. Prüfen Sie Kontakte auf ihr Seriosität sowie ihre mögliche Rolle für Sie: Könnte Ihnen der Kontakt beruflich weiterhelfen? Verfügt er über wertvolles Knowhow oder hilfreiche weitere Kontakte? Besteht die Möglichkeit attraktiver Jobangebote? Weiterbildungen? Oder schlicht auf einen befruchtenden fachlichen Austausch? Geben Sie in sozialen Netzwerken keine sensiblen Daten preis und pflegen Sie lieber weniger persönliche Kontakte als zahlreiche digitale.

Lese-Tipp:Xing und LinkedIn: Karriere-Netzwerke richtig nutzen

Karriere-Mythos 7: Die Wirtschaftskrise

Die Konjunktur unterliegt Schwankungen und so kommt es alle paar Jahr zu einer Wirtschaftskrise. Manch einmal sind davon die gesamten westlichen Industrienationen betroffen, ein andermal nur eine spezielle Branche. So kämpft derzeit zum Beispiel vor allem die Automobilbranche mit der Umstellung auf umweltfreundlichere (Elektro-) Fahrzeuge. Während einer solchen Wirtschaftskrise ist eine Karriere (in der entsprechenden Branche) unmöglich – heißt es in unserem Karriere-Mythos Nummer 7.

Aber: Natürlich bringt eine Wirtschaftskrise in der Regel Umstrukturierungen, einen Stellenabbau, Einstellungsstopps oder auch Gehaltskürzungen mit sich. Wer allerdings bereits im Unternehmen Fuß gefasst hat, muss in der Regel nicht von einem Tag auf den nächsten um seinen Job bangen – oder um seine Karriere. Schließlich muss „der Laden weiterlaufen“ und gerade Führungspersönlichkeiten sind meist nur wenig von der Krise betroffen.

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Tipp: Schwieriger wird es für Jobeinsteiger, Mitarbeiter mit mangelnder Qualifikation oder ältere Angestellte. Doch auch für sie kann eine Wirtschaftskrise zur Chance werden. Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Jobwechsel. Bewerben Sie sich auf die sogenannten Restrukturierungsjobs oder lassen Sie sich von einem erfahrenen Personalberater unter die Arme greifen. Wenn Sie jetzt durch Leistung, Motivation und Flexibilität überzeugen, wird das spätestens nach der Wirtschaftskrise belohnt. Schließlich kommt nach jeder Rezession irgendwann wieder der Aufschwung – garantiert!

Karriere-Mythos 8: Der Headhunter

Nach spätestens sieben Jahren sollten Sie heutzutage laut Experten Ihren Job wechseln.

Lese-Tipp:Jobzyklus: Nach 7 Jahren sollten Sie gehen

Und dann sollte es – wie Sie im Karriere-Mythos Nummer 5 bereits gelernt haben – natürlich unbedingt aufwärts gehen statt abwärts. Das funktioniert nur, indem Sie in einer oder mehreren Headhunter Karteien gelistet sind. Die Strategie ist also einfach: Sie senden Ihren Lebenslauf an so viele Headhunter wie möglich und schon läuft die Karriere quasi von selbst.

Aber: Das wäre leider zu schön, um wahr zu sein. Der Job eines Headhunters besteht darin, für ein festgelegtes Stellenprofil die optimale Besetzung zu finden. Er begibt sich also aktiv auf die Suche und wirft – wenn überhaupt – nur einen kurzen Blick auf Karteileichen. Er kommt stattdessen von selbst auf die gesuchten Fach- und Führungskräfte zu, wenn er denn Interesse besitzt.

Lese-Tipp:Headhunter? Was ist das und was soll ich damit?

Tipp: Eine Initiativbewerbung bei einem Headhunter kann durchaus von Erfolg gekrönt sein. Allerdings sollten Sie diese erst versenden, wenn Sie tatsächlich an einem Jobwechsel interessiert sind. Schließlich signalisieren Sie dadurch Ihre aktuelle Verfügbarkeit. Nach einigen Wochen oder Monaten staubt Ihre Bewerbung dann in der Kartei ein. Sie sollten zudem niemals verzweifelt wirken und sich dadurch in eine schlechte Verhandlungsposition rücken. Headhunter können eine karrierefördernde Maßnahme sein – doch sind sie längst nicht die einzige Option.

Karriere-Mythos 9: Der Schnelligkeits-Wettbewerb

Zeit ist Geld – das gilt auch im Berufsleben. Wer kann, macht deshalb am besten schon mit 17 seinen Schulabschluss, hat mit 22 seinen Doktortitel und ist mit 30 an der Spitze der Karriereleiter angelangt. Klingt unrealistisch? Ist es auch! Aber leider ist der Schnelligkeits-Wettbewerb ein weit verbreiteter Karriere-Mythos.

Aber: Natürlich sollten Sie sich mit Ihrer Karriere beeilen. Doch ist sie viel mehr eine Frage von guter Planung, Zielstrebigkeit, Leistung, Soft Skills, Weiterbildungen und und und… Sie sollten daher nicht nur planen „wann“ Sie Karriere machen möchten, sondern vor allem „wie“. Zumindest die Herren der Schöpfung sollten dabei nicht in unnötige Eile verfallen. Bei den Damen sieht das leider schon wieder anders aus. Managerinnen über 50 stoßen tatsächlich nicht selten an eine Art gläserne Decke. So ganz unwahr ist der Karriere-Mythos Nummer 9 deshalb leider nicht.

Lese-Tipp:Mit 50 ist Schluss: Das Aus für Managerinnen

Tipp: Anstatt in Hektik zu verfallen, nehmen Sie sich lieber die Zeit, Ihre Karriereziele frühzeitig zu definieren und dann die dafür notwendigen Schritte nach und nach anzupacken. Hierbei können Sie „unnötige“ Schritte – wie das Beispiel „Master-Abschluss“ im Karriere-Mythos 2 – streichen, um wertvolle Zeit zu sparen.

Karriere-Mythos 10: Das Märchen vom Glück

Wieso wollen Sie eigentlich Karriere machen? Klar: Weil Karriere reich und glücklich macht – verspricht zumindest unser letzter Karriere-Mythos. Viele Menschen scheinen dem beruflichen Aufstieg nachzujagen, ohne diesen jemals infrage gestellt zu haben.

Aber: Ist die große Karriere überhaupt das, was Sie von Ihrem Leben wollen? Sind Sie glücklich, wenn Sie den Großteil Ihrer Zeit und Energie in die Arbeit stecken? Werden Sie am Ende Ihres Lebens zufrieden zurückblicken? Wenn Sie diese Fragen voller Überzeugung mit einem „Ja“ beantworten können, brauchen Sie nicht weiterzulesen. Kommen Ihnen allerdings Zweifel…

Tipp: …stellen Sie lieber noch einmal auf den Prüfstand, was Sie wirklich vom Leben wollen und ob Sie sich nicht vielleicht mehr Freiheit, Zeit mit Ihrer Familie oder ein Sabbatical wünschen. Zum Glück bietet unsere moderne Arbeitswelt heutzutage nämlich zahlreiche Möglichkeiten vom Telearbeitsvertrag über die Teilzeitstelle bis hin zum Jobsharing – und damit für jeden Menschen das individuell passende Arbeitsmodell. Dieses kann, muss aber eben nicht, die große Karriere sein. Vielleicht sind Sie ja viel eher der Typ „digitaler Nomade“?!

Welche weiteren Karriere-Mythen kennen Sie? Und haben Sie noch mehr Tipps in petto, die unseren Lesern auf ihrem Karriereweg weiterhelfen könnten? Wir freuen uns auf Ihre Erfahrungen, Anregungen und Ratschläge in den Kommentaren!

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