Den perfekten Job, bei welchem Sie jeden Morgen energiegeladen aus dem Bett springen und sich auf die Arbeit freuen, gibt es wohl nicht. Manchmal wäre es einfach schöner, in den Laken liegen zu bleiben und noch einmal die Augen zu schließen. An einigen Tagen haben Sie einfach schlechte Laune oder fühlen sich körperlich nicht fit. Und auch hin und wieder ein Konflikt mit dem Chef, Arbeitskollegen oder Kunden lässt sich leider nicht vermeiden. Doch woran merken Sie, ob Sie momentan nur eine schlechte Phase haben oder Ihr Job Sie dauerhaft unglücklich und vielleicht sogar irgendwann krank macht? Wir haben die neun häufigsten Warnzeichen für Sie zusammengetragen.

Frau ist gestresst und unglücklich in ihrem derzeitigen Job
Bildernachweis. © leszekglasner – Fotolia.com

Inhalt
1. Jeder zweite Deutsche möchte in Kürze seinen Job wechseln
2. Wann wird es Zeit für einen Jobwechsel?
3. #1: Sie kommen am Morgen nicht aus dem Bett
4. #2: Der Gedanke an die Arbeit bereitet Ihnen Bauchschmerzen
5. #3: Sie langweilen sich zu Tode
6. #4: Ihr Gehirn setzt schon Staub an
7. #5: Sie hassen Montage
8. #6: Ihre Konzentration beginnt zu leiden
9. #7: Sie können Ihren Vorgesetzten nicht ausstehen
10. #8: Das Abschalten fällt zunehmend schwerer
11. #9: Sie erwischen sich selbst beim Jammern

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Jeder zweite Deutsche möchte in Kürze seinen Job wechseln

Wenn auch Sie hin und wieder darüber nachdenken, eventuell den Job zu wechseln, ist das völlig normal. Vielleicht haben Sie einfach einen schlechten Tag oder Sie sehnen sich nach einer neuen Herausforderung. Experten raten sogar dazu, alle sieben Jahre die Stelle zu wechseln.

Lese-Tipp: „Jobzyklus: Nach 7 Jahren sollten Sie gehen

Tatsächlich planen 46 Prozent der deutschen Berufstätigen einen Jobwechsel innerhalb der nächsten zwölf Monate, so das Ergebnis einer Studie der ManpowerGroup in Kooperation mit Toluna. Immerhin bedeutet das, dass 54 Prozent der Deutschen mit ihrer derzeitigen Tätigkeit ausreichend zufrieden sind. Und auch bei den 46 „unzufriedenen“ Prozent sind die Gründe für den Wechselwunsch nicht durchweg negativ. Sie finden ihren aktuellen Job teilweise durchaus in Ordnung, sehnen sich aber dennoch nach einer Verbesserung, zum Beispiel in finanzieller Hinsicht oder hierarchisch höherer Position. 23 Prozent der Befragten versprechen sich von einem Stellenwechsel eine Gehaltserhöhung.

Infografik: Fast jeder Zweite ist reif für den Jobwechsel | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Zehn Prozent möchten schlichtweg neue Erfahrungen sammeln, einen anderen Arbeitgeber kennenlernen und sich an anderen Projekten versuchen. Sie fühlen sich von der Routine gelangweilt und wünschen sich mehr Abwechslung. Dennoch gibt es auch Angestellte, die in ihrem aktuellen Arbeitsverhältnis so unzufrieden sind, dass sie sich nach Alternativen umsehen. 17 Prozent der Befragten fühlen sich von ihrem Arbeitgeber nicht ausreichend wertgeschätzt. 14 Prozent leiden unter einem schlechten Arbeitsklima und weitere 14 Prozent gaben an, dass ihnen ihre aktuelle Tätigkeit keinen Spaß mache Wenn es Ihnen ähnlich geht, stehen Sie vielleicht vor der Frage: Woher weiß ich, dass es sich um einen Dauerzustand handelt und nicht nur um eine schlechte Phase?

Wann wird es Zeit für einen Jobwechsel?

Schlechte Phasen gehören zum Leben – auch im Beruf. Dass Sie mal einen schlechten Tag haben, eine schlechte Woche oder einen schlechten Monat ist nicht ungewöhnlich. Auch ein schlechtes Jahr kann noch tolerierbar sein, wenn es eine Ausnahme zwischen vielen guten Jahren bleibt. Manchmal braucht es auch nur eine Weiterbildung, eine interne Versetzung oder eine Auszeit, beispielsweise in Form eines Sabbaticals, um anschließend wieder motiviert und zufrieden im Job durchzustarten.

Lese-Tipp: „Sabbatical – Die Auszeit vom Job richtig planen

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Wer hingegen dauerhaft unglücklich ist, verschwendet damit nicht nur wertvolle Lebenszeit, sondern setzt auch seine Gesundheit aufs Spiel. Früher oder später werden die Kopfschmerzen immer stärker, die Lebenslust lässt nach, Sie leiden jeden Abend unter Bauchschmerzen oder landen im Burnout. Stressbedingte gesundheitliche Probleme können schlimmstenfalls sogar zum Tod führen. „Karoshi“ heißt das Phänomen in Japan.

Lese-Tipp: „Karoshi – Erst die Arbeit, dann der Tod

Doch es ist nicht nur der ständige Termindruck, der vielen deutschen Arbeitnehmern zu schaffen macht und zu solch drastischen gesundheitlichen, sogar lebensgefährlichen gesundheitlichen Problemen führen kann. Es ist vor allem eine Unzufriedenheit auf der emotionalen Ebene, beispielsweise aufgrund von Konflikten, Mobbing, einem schlechten Arbeitsklima oder auch quälender Langeweile.
Infografik: Die stärksten Belastungen im Arbeitsalltag | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Also wann wird es Zeit, die Reißleine zu ziehen? Woher wissen Sie, dass Ihr Job Sie dauerhaft unglücklich, ja vielleicht sogar krank machen wird? Diese sind die neun häufigsten Warnzeichen:

#1: Sie kommen am Morgen nicht aus dem Bett

Es fällt Ihnen jeden Morgen schwerer und schwerer, sich aufzuraffen, aus dem Bett zu hüpfen und zur Arbeit zu gehen? Dann sind Sie vielleicht ein Morgenmuffel oder urlaubsreif.

Lese-Tipp: „Morgenmuffel? Mit diesen 10 Tipps fällt das Aufstehen am Morgen leichter

Eventuell ist dies aber auch ein Zeichen von mangelnder Motivation oder schlimmer noch einer beginnenden Depression. Fällt Ihnen das Aufstehen am Wochenende oder im Urlaub leichter? Versuchen Sie, die Gründe für Ihre morgendliche Bettschwere zu identifizieren. Tritt sie in Kombination mit einem oder mehreren der weiteren Warnzeichen auf, könnte sie auf eine chronische Unzufriedenheit im Job hindeuten.

#2: Der Gedanke an die Arbeit bereitet Ihnen Bauchschmerzen

Sie kennen die Redewendung: „Etwas bereitet mir Bauchschmerzen“. In der Regel ist sie metaphorisch gemeint. Doch sie kommt nicht von ungefähr. Wenn Sie Ihr Unglück ignorieren, werden sich früher oder später erste körperliche Zipperlein bemerkbar machen.

„‚Geh Du vor‘, sagte die Seele zum Körper,
‚auf mich hört er nicht. Vielleicht hört er auf Dich.‘
‚Ich werde krank werden, dann wird er Zeit für Dich haben‘,
sagte der Körper zur Seele.“

(Ulrich Schaffer)

Es müssen nicht immer Bauchschmerzen sein. Auch Kopfschmerzen, Übelkeit, Rückenschmerzen sowie sonstige psychische oder physische Beschwerden können auf eine solche Problematik hindeuten. Beobachten Sie auch hier: Treten die Probleme regelmäßig auf? Haben Sie zum Beispiel jeden Sonntag Bauchschmerzen? Jeden Montag Kopfschmerzen? Oder sind Sie jeden Freitagabend außergewöhnlich gestresst und mies gelaunt? Treten die Symptome nicht nur selten, sondern immer wieder auf und lässt sich ein Muster erkennen, wird eventuell eine psychische Belastung der Grund sein. Dies kann – muss aber nicht – in Ihrem Job begründet liegen.

#3: Sie langweilen sich zu Tode

Kommen wir zu einer weiteren gängigen Redewendung: „Sich zu Tode langweilen.“ Auch diese besitzt mehr wahren Kern, als Sie vielleicht denken mögen. Langeweile kann im Beruf auf Dauer genauso belastend werden wie Überforderung. Schlimmstenfalls endet sie im „Boreout“, welches einem Burnout-Syndrom erschreckend ähnlich ist.

Lese-Tipp: „Unterfordert im Job – Boreout, der langweilige Verwandte des Burnout

Fragen Sie sich also: Wann habe ich das letzte Mal im Job etwas Schönes erlebt? Etwas, das mich begeistert hat? Oder motiviert? Wann habe ich zuletzt wahre Freude an meiner Tätigkeit verspürt? Ist dies länger her als wenige Monate oder auch ein Jahr, fragen Sie sich, woran diese Entwicklung liegen könnte. Manchmal ist der neue Chef schuld, ein anderes Mal haben sich Ihre Aufgaben verlagert. Was auch immer es ist: Lässt es sich nicht in absehbarer Zeit ändern, sehen Sie sich nach einer Alternative um. Das Leben ist zu kurz für Langeweile!

#4: Ihr Gehirn setzt schon Staub an

Dass sich im Job irgendwann Routine einstellt, ist völlig normal und auch gut so. Schließlich erleichtert sie den Arbeitsalltag und entlastet das Gehirn. Doch wer niemals etwas Neues lernt und das Gefühl hat, zwischen den grauen Zellen sitzen schon Spinnweben, wird auf Dauer mit großer Wahrscheinlichkeit unglücklich sein. Womit Sie nicht alleine wären, wie die erschreckenden Ergebnisse einer Studie der Gehaltsvergleichs-Plattform emolument.com zeigen:

Infografik: Die langweiligsten Jobs | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Das Gehirn braucht schließlich hin und wieder neue Erlebnisse, Aufgaben, Herausforderungen oder Erfahrungen, ansonsten werden Sie irgendwann das Gefühl haben, Ihr Leben sei in Rekordgeschwindigkeit an Ihnen vorbeigezogen. Wie dieser Eindruck entsteht, erläutern wir Ihnen ausführlich in folgendem Artikel:

Lese-Tipp: „Zeitempfinden: Warum die Zeit immer schneller vergeht

#5: Sie hassen Montage

Zugegeben, der Montag ist wohl von kaum jemandem der Lieblingstag in der Woche. Doch wer einen regelrechten Hass auf den Montag entwickelt und beim Gedanken an den klingelnden Wecker beinahe eine Panikattacke erleidet, ist ganz offensichtlich unglücklich mit seinem Job und sollte ihn einmal auf den Prüfstand stellen.

#6: Ihre Konzentration beginnt zu leiden

Ein weiteres Warnzeichen, dass Ihr Arbeitsverhältnis alles andere als Ihre Erfüllung ist, ist eine dauerhafte Konzentrationsschwäche. Dass das tägliche Beantworten der E-Mails oder das gefühlt 10.000ste Meeting im immer gleichen Raum Sie nicht gerade fesseln, ist nicht ungewöhnlich. Doch wenn es in Ihrem Berufsalltag überhaupt nichts gibt, das Ihre Aufmerksamkeit erregt und Konzentration ankurbelt, macht Ihnen Ihr Job gewiss keinen Spaß.

Ein untrügliches Zeichen für eine beginnende oder anhaltende Unzufriedenheit kann demnach die Zunahme der Schwere oder Häufigkeit von Flüchtigkeitsfehlern darstellen. Sie sind zudem nicht selten ein erstes Burnout-Symptom. So oder so: Glücklich scheinen Sie nicht zu sein. Denn wer glücklich ist, ist motiviert. Und wer motiviert ist, ist konzentriert.

#7: Sie können Ihren Vorgesetzten nicht ausstehen

Überall, wo Menschen in sozialen Gruppen aufeinandertreffen, lassen sich über kurz oder lang Konflikte nicht vermeiden. Doch ebenso schnell wie sie auftauchen, können diese manchmal auch wieder gelöst werden. Leider ist das nicht immer der Fall. Es gibt unterschwellige oder offen ausgetragene Konflikte, welche sich trotz Mediation, Aussprache & Co hartnäckig halten. Auch Extremfälle wie gezieltes Mobbing oder Straining nehmen in der Arbeitswelt in erschreckendem Ausmaß zu.

Lese-Tipp: „Straining: Tipps gegen Mobbing durch Langeweile im Job

Eine dauerhaft vergiftete Arbeitsatmosphäre macht unglücklich und krank. Wenn es also nicht absehbar ist, dass der Konflikt mit dem Vorgesetzten oder Teamkollegen in naher Zukunft gelöst werden kann, muss mindestens einer der Streithähne das Feld räumen, bevor es zu spät ist. Wenn es sich bei Ihrem „Gegner“ um den Chef handelt, sitzt er normalerweise am längeren Hebel. Wenn der Vorgesetzte in Ihnen also nicht nur ein Augenrollen, sondern puren Hass oder Angstschweiß auslöst, handelt es sich bei Ihrer Unzufriedenheit im Job nicht um eine schlechte Phase, sondern leider um einen Dauerzustand, vor dem es zu flüchten gilt.

#8: Das Abschalten fällt zunehmend schwerer

Denken Sie Tag und Nacht an die Arbeit? Liegen Sie manchmal stundenlang wach, weil Ihnen das Gedankenkarussell den Schlaf raubt? Dann müssen Sie dringend unterscheiden lernen: Handelt es sich um positive Gefühle wie Motivation oder um negative wie Angst, Überforderung und Stress? Halten letztere negative Assoziationen länger als ein paar Wochen oder Monate an – hängen sie also nicht beispielsweise nur an einem Projekt, das ohnehin bald vorbei ist – sollten Sie sich eine Anstellung suchen, in welcher Sie glücklicher und vor allem entspannter sind.

Lese-Tipp: „Feierabend: 10 Tipps, wie Sie wirklich abschalten

#9: Sie erwischen sich selbst beim Jammern

Wurden Sie in letzter Zeit von Freunden, Kollegen oder der Familie immer wieder darauf hingewiesen, dass Sie sehr viel jammern? Oder haben Sie sich selbst schon öfter beim Lamentieren erwischt? Manchmal sind wir Menschen „betriebsblind“ für unsere eigene Unzufriedenheit. Sie fällt unserem sozialen Umfeld häufig früher auf als uns selbst. Werden Sie also immer wieder darauf aufmerksam gemacht oder können Sie sich vor lauter Jammern langsam selbst nicht mehr leiden, sollten Sie etwas an der Situation ändern. Nehmen Sie Ihre Worte als Anhaltspunkt, um Ihre Gefühle zu erforschen: Wie glücklich oder unglücklich bin ich wirklich mit meiner derzeitigen beruflichen Situation?

Sollten Sie also eines, mehrere oder alle dieser Warnzeichen bemerken, wird es unter Umständen Zeit für einen Jobwechsel. Sie haben Ihr Leben schließlich selbst in der Hand und Ihre Lebenszeit, Zufriedenheit und Gesundheit sollten es Ihnen wert sein, sich aus einer Situation zu befreien, welche Sie langfristig unglücklich und vielleicht sogar krank machen wird.

Lese-Tipp: „Jobwechsel geplant? So bereiten Sie sich richtig vor

Oder was denken Sie? Wie lange würden Sie in einem Job verharren, der Sie unglücklich macht? Woran haben Sie vielleicht selbst schon einmal gemerkt, dass Sie unglücklich sind und eine Veränderung brauchen? Wie lassen sich Ihrer Meinung nach schlechte Phasen von toxischen Dauerzuständen unterscheiden? Vielen Dank für Ihre Kommentare!

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