Teamwork wird in vielen deutschen Unternehmen großgeschrieben. Bereits in Bewerbungsprozessen punkten vor allem „Teamplayer“ mit sozialen Kompetenzen und Empathie. Glücklicherweise haben die meisten Arbeitgeber mittlerweile begriffen, wie wichtig ein gutes Arbeitsklima im Betrieb ist und welche negativen Konsequenzen „faule Äpfel“ mit sich bringen können. Bereits ein unzufriedener, immer jammernder und sozial inkompetenter Kollege im Team kann schon ausreichen, um auch die Arbeitsleistung sowie Zufriedenheit der anderen Mitarbeiter negativ zu beeinflussen. Sind Sie ein solcher „fauler Apfel“? Wenn Sie die folgenden acht Phrasen verwenden, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch.

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Teammitglieder halten Schilder mit "NO!" vor den Körper
Bildnachweis: iStock.com/OrangeDukeProductions

Inhalt
1. Beliebt sein im Team? Das ist doch gar nicht so wichtig!
2. Soziale Kontakte sind noch auf einer zweiten Ebene von Bedeutung
3. Karrierekiller „Unbeliebtheit“: Warum Sie vorsichtig sein sollten
4. Wie werden Sie „beliebt“ im Team?
5. Acht Sätze, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Beliebt sein im Team? Das ist doch gar nicht so wichtig!

Gerade sehr karrierefokussierte Menschen halten sich häufig bewusst ein wenig aus dem Team heraus. Sie spielen den Einzelkämpfer, der sich nur auf seine eigene Karriere konzentriert, und denken, die Ellenbogenmentalität würde sie schlussendlich an ihre beruflichen Ziele bringen. Leider ist das ein großer Fehler, denn weder zählen bei Beförderungsentscheidungen nur Ihre Leistungen noch können Sie sich in einem Unternehmen vor sozialen Kontakten drücken. Im Gegenteil: Die richtigen Connections zu haben und bei diesen einen positiven Eindruck zu hinterlassen, ist das A und O jeder erfolgreichen Karriere.

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Ein bisschen Selbstmarketing, ein gutes Image und eine sorgfältige Pflege von Kontakten – das ist also der Schlüssel zum Erfolg. Sie können nicht einfach auf Ihre Teamkolleginnen und Teamkollegen verzichten, nur weil diese nicht in einer exponierten Position sitzen. Sie wissen schlussendlich nie, welche Kontakte Sie wann noch gebrauchen können. Zudem ist ein wichtiger Erfolgsfaktor in den meisten Unternehmen die Anpassung. Wenn Sie einen auf Einzelgänger machen und sich nicht in die „Herde“ einfügen, wirken Sie auf die Entscheider unberechenbar und diese werden vermutlich lieber einen angepassteren Kandidaten befördern, als sich unter Umständen ein Kuckucksei ins eigene Nest zu legen.

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Soziale Kontakte sind noch auf einer zweiten Ebene von Bedeutung

Nicht gerade wenige erfolgreiche Menschen haben ihre sozialen Kompetenzen sogar insofern „optimiert“, dass sie ihr Umfeld bewusst manipulieren und sich dadurch einen Vorteil verschaffen können. Sie wirken nach außen meist charmant, sympathisch und irgendwie faszinierend, während sich unter der Oberfläche ein manipulativer, egoistischer und gefühlskalter Psychopath beziehungsweise Narzisst verbirgt. Ein Konzept, das leider zu funktionieren scheint, für alle Betroffenen sowie das Unternehmen aber auf Dauer nur Nachteile bringt. Mehr darüber können Sie in diesem Artikel lesen:

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Eine hohe soziale Kompetenz zu besitzen, bedeutet aber nicht, Menschen exzellent manipulieren und ausnutzen zu können. Stattdessen sollten Sie ehrliche Freundschaften im Job knüpfen und die Individuen in Ihrem beruflichen Umfeld fördern. Eine Atmosphäre der Gegenseitigkeit, Zugewandtheit und Unterstützung kommt nämlich allen Beteiligten zugute und steht Ihrer Karriere – wenn Sie eine solche anstreben – dennoch nicht im Weg. Stattdessen profitieren Sie von einem besseren Arbeitsklima, mehr Spaß bei der Arbeit und sozialem Rückhalt, wenn Sie einmal durch eine schwierigere Lebensphase gehen.

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Wenn Sie es sich aussuchen könnten: Würden Sie lieber in einem Team voller Narzissten arbeiten oder mit Ihren besten Freunden? Obwohl immer wieder zur Vorsicht mit zu engen Freundschaften am Arbeitsplatz geraten wird: Wenn Sie einmal bedenken, wie viel Zeit Sie im Job verbringen, was gäbe es da Besseres, als echte Freunde, die Ihnen in jeder Lage zur Seite stehen und mit denen Sie herzhaft lachen können? Selbst, wenn Sie vielleicht einen schlechten Tag haben. Worauf auch immer Sie also abzielen: Eine steile Karriere, enge Freundschaften oder einfach einen möglichst konfliktfreien Arbeitsablauf – im Team beliebt zu sein, hat ausschließlich Vorteile für Sie.

Karrierekiller „Unbeliebtheit“: Warum Sie vorsichtig sein sollten

Der Aspekt lässt sich auch herumdrehen: Wenn Sie im Team unbeliebt sind, werden Sie auf Dauer sehr unter diesem Zustand leiden. Die ständigen Konflikte setzen Sie unter Druck, ebenso der fehlende soziale Rückhalt. Eventuell werden Sie sogar angefeindet, gemobbt oder entwickeln eine Art Angst vor der Arbeit – was schnell im Burnout-Syndrom enden kann.

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Wenn Ihr Vorgesetzter Sie nicht leiden kann oder das Gefühl hat, Sie sorgen für viele Probleme, wird er sich bei der nächsten Beförderung gewiss gegen Sie entscheiden. Vielleicht verlieren Sie sogar irgendwann Ihren Job oder Ihre Gesundheit macht Ihnen einen Strich durch die (Karriere-) Rechnung. So oder so sollten Sie im Beruf Wert auf gute soziale Beziehungen legen. Wie eng Sie diese schlussendlich führen wollen, bleibt natürlich Ihre Entscheidung.

Wie werden Sie „beliebt“ im Team?

Eigentlich ist der Wunsch, beliebt zu sein, in jedem Menschen tief verankert. Schließlich sind wir soziale Wesen und konnten früher nur in Gruppierungen überleben. An diesem Grundbedürfnis hat sich bis heute nichts geändert. Dennoch gibt es natürlich sozialere und weniger soziale Menschen. Einigen wurden Eigenschaften wie Charisma, Sympathie und soziale Kompetenzen in die Wiege gelegt und sie sind von Natur aus bei ihren Mitmenschen beliebt. Andere haben mehr Schwierigkeiten mit sozialen Interaktionen, treten immer wieder in Fettnäpfchen oder präsentieren sich übertrieben introvertiert. In diesem Fall kann es nicht schaden, ein wenig an den eigenen Soft Skills zu arbeiten.

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Wenn Sie beliebt werden möchten, ist es bereits ein guter Anfang, sich einfach nicht unbeliebt zu machen. Klingt logisch, oder? Meiden Sie daher folgende acht Aussagen, die Sie im Team schnell zum Außenseiter machen – das ist schon die halbe Miete. Und wenn Sie dann auch noch an Ihrer emotionalen Intelligenz feilen, steht Ihrer Beliebtheit und damit Ihrer Karriere sowie Ihrem Glück eigentlich nichts mehr im Weg. Doch das ist ein anderes Thema:

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Acht Sätze, die Sie unbedingt vermeiden sollten

Wir möchten uns also an dieser Stelle darauf konzentrieren, was Sie nicht (!) sagen sollten, um sich nicht bei Ihren Teamkollegen unbeliebt zu machen. Prüfen Sie ehrlich, ob Sie diese Phrasen im Berufsalltag häufiger verwenden und versuchen Sie, diese fortan so gut wie möglich zu vermeiden. Allein diese kleine Maßnahme wird Ihre Beliebtheit im Team deutlich steigern. Denn mit folgenden acht Sätzen sorgen Sie dafür, dass Ihre Kolleginnen und Kollegen – und vielleicht auch Vorgesetzten – Sie garantiert nicht leiden können:

#1 Ich hoffe, dass…!

Sind Sie ein Mensch, der viel hofft und wenig macht? Hoffnung ist zwar ein guter Wegbegleiter, doch bringt sie Ihnen im Berufsleben nicht viel. Beliebt sind stattdessen Menschen, welche die Initiative ergreifen und ihre Ziele in die Tat umsetzen. Unbeliebt sind hingegen Mitarbeiter, die viel hoffen, am besten auch noch eine Menge jammern, aber schlussendlich nur Däumchen drehen und abwarten, was passiert. Zudem können Sie mit dem simplen Satz eine Erwartungshaltung ausdrücken und dadurch Ihr Gegenüber unter Druck setzen: „Ich hoffe, dass Sie das Projekt pünktlich abschließen“ ist dafür ein gutes Beispiel.

Hoffnung ist oft ein Jagdhund ohne Spur.

(William Shakespeare)

Der Satz lässt gleichzeitig eine Erwartung sowie Herabwürdigung der angesprochenen Person durchscheinen: Sie fordern die baldige Fertigstellung des Projektes, trauen es ihr aber nicht zu. Wäre es nicht viel besser, sich nach dem aktuellen Stand zu erkundigen und Ihre Hilfe anzubieten? So sähen wahre soziale Kompetenzen aus! Versuchen Sie daher, den Satz „Ich hoffe, dass…“ aus Ihrem Alltag zu streichen und „machen“ Sie einfach – oder schweigen Sie besser.

#2 Sind Sie sich sicher?

Mit der Frage, ob sich Ihr Kollege sicher sei, stellen Sie dessen Kompetenz infrage. Er fühlt sich durch Sie nicht ernstgenommen und interpretiert Ihr Verhalten vielleicht sogar als arrogant. Gehen Sie davon aus, dass sich Ihr Gegenüber sicher ist, wenn es etwas sagt oder eine Anweisung gibt. Fragen Sie nach Details, Gründen, Deadlines & Co – aber niemals danach, ob sich jemand sicher ist.

#3 Mir egal!

Das Stichwort „Eigeninitiative“ ist bereits gefallen. Sowohl Ihr Arbeitgeber als auch Ihre Kolleginnen und Kollegen wünschen sich einen Mitarbeiter im Team, der engagiert ist, sich für das Wohlbefinden des sozialen Umfelds sowie des Unternehmens profitiert und mitdenkt. Wenn Ihnen immer nur alles „egal“ ist, gehen Sie Ihrem Kollegium damit gehörig auf die Nerven und setzen schlimmstenfalls sogar Ihren Job aufs Spiel.

Infografik: Das müssen Arbeitnehmer können | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Selbst bei simplen Fragen, wie: Möchten Sie lieber diesen Schreibtisch oder jenen, sollten Sie eine klare Antwort geben können. Das zeugt von Selbstbewusstsein und einem eigenen Willen. Ein Mensch, der immer nur mit den Schultern zuckt, strahlt hingegen wenig Persönlichkeit aus und wird auch geringe Chancen auf einen beruflichen Aufstieg haben. Lieber ecken Sie also manchmal an und beweisen Entscheidungskompetenz – solange Sie es mit Ihrer Eigensinnigkeit nicht übertreiben – als dass Sie immer nur mit „Mir egal“ antworten.

#4 Natürlich, kein Problem!

Kennen Sie diese Menschen, die immer übermotiviert „Natürlich, kein Problem“ antworten – und hinterher doch ein Problem haben? Auch, wenn diese Hilfsbereitschaft auf den ersten Blick eine gute Eigenschaft für jeden „Teamplayer“ ist, sollten Sie sich doch vorher eine Sekunde Zeit nehmen, um wirklich über die Frage nachzudenken und eine Aufgabe nur dann zu übernehmen, wenn diese für Sie auch tatsächlich kein Problem darstellt. Ansonsten trauen Sie sich gerne, auch hin und wieder „Nein“ zu sagen oder stellen Sie zumindest Rückfragen.

Lese-Tipp: Lernen Sie, Nein zu sagen: Grenzen setzen im Beruf, ohne zu verletzen

Das zeugt von Selbstbewusstsein und ist für Ihre Karriere förderlicher als eine „Allzeit-bereit-Einstellung“. Motivation ist zwar wichtig, doch Sie sollten sich von Ihren Kolleginnen und Kollegen auch nicht ausnutzen lassen, sonst geht früher oder später deren Respekt vor Ihnen flöten.

#5 Hätten Sie kurz eine Minute?

Bei diesem Satz kommt es auf die Häufigkeit an. Den Kollegen erst zu fragen, ob er kurz eine Minute hat, bevor Sie mit der Tür ins Haus fallen, ist auf jeden Fall keine schlechte Idee. Doch gewöhnen Sie sich nicht an, Ihr Team ständig zu stören und das durch ein höfliches „Hätten Sie kurz eine Minute?“ wieder ausgleichen zu wollen. Sie sollten eigenständig arbeiten können und ein Gespür für den richtigen Moment haben, wenn Fragen auftauchen oder Sie Hilfe benötigen. Den Kollegen während einem Telefonat an der Schulter anzustupsen und dann aber höflich zu fragen „Hätten Sie kurz eine Minute?“ macht Sie schnell unbeliebt.

#6 Das geht nicht!

Realismus mag im Berufsleben eine lobenswerte Eigenschaft sein, doch seien Sie nicht der ewige Miesmacher. Wenn Sie jede Idee Ihrer Kolleginnen und Kollegen im Meeting mit einem „Das geht aber nicht!“ abschmettern, werden Sie nicht nur zur Innovationsbremse im Unternehmen, sondern auch zum Buhmann im Team. Wenn Sie also der Überzeugung sind, eine Idee lässt sich tatsächlich nicht umsetzen, so zeigen Sie dennoch Anerkennung für Ihr Gegenüber und begründen Sie Ihre Meinung nachvollziehbar. Sagen Sie beispielsweise:

Das ist eine wirklich gute Idee. Leider lässt sich diese meiner Meinung nach nicht umsetzen, weil uns dafür die personellen Ressourcen fehlen, oder was denken Sie?

#7 Aber…!

Kennen Sie diese Menschen, die auf jede Ihrer Aussagen mit einem „Aber“ antworten? Dann wissen Sie gewiss auch, wie sehr das die Nerven strapazieren kann. Mit einem „Aber“ stehen Sie sich selbst sowie Ihrem Team im Weg. Sie finden stets Gründe, warum etwas nicht geht – vergleichen Sie Punkt #6 – und machen durch Ihre Gegenrede jede Diskussion zu einem anstrengenden Akt. Versuchen Sie daher, sich selbst und Ihrem Team zuliebe das Wort „Aber“ aus Ihrem Vokabular zu streichen.

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#8 Ich habe einen wichtigen Termin!

Sie sind viel beschäftigt, stets in Hektik und haben bei all dem Stress keine Zeit für nervige Fragen Ihrer Kollegen oder, um noch weitere Aufgabe zu übernehmen? Natürlich dürfen Sie hin und wieder „Nein“ sagen – sollten Sie sogar – doch wenn Sie stets in Eile sind, eine hektische Stimmung im Team verbreiten und von einem „wichtigen Termin“ zum nächsten jagen, zerstören Sie das Arbeitsklima und machen sich in Windeseile unbeliebt. Sie sind schließlich nicht „wichtiger“ als Ihre anderen Kolleginnen sowie Kollegen und sollten sich daher ebenso viel Zeit für Meetings, Besprechungen oder einen Kaffeeklatsch nehmen, wie die anderen auch. Sonst werden Sie schnell als arrogant abgestempelt und zum Außenseiter gemacht.

Lese-Tipp: „Ich kann nicht mehr“ – Wie Sie Ihren Chef um weniger Arbeit bitten

Wenn Sie stets in Hektik sind, sollten Sie einmal Ihren Zeitplan überprüfen oder Ihren Chef um eine geringere Arbeitslast bitten – nicht aber ständig Ihr Team abblitzen lassen, weil Sie „Wichtigeres“ zu tun haben.

Welche weiteren Phrasen gehen Ihnen bei Ihren Teamkollegen gehörig auf die Nerven? Wir sind gespannt auf Ihre Tipps für unsere Leser. Vielen Dank!